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SOZIALES

Welttag humanitärer Hilfe und Pakistan


Berlin (18.8.10): Die Naturkatastrophen in Pakistan nehmen biblische Ausmaße an, doch die Spendenbereitschaft stockt. NGOs fragen sich warum.
Anlässlich des Welttages der Humanitären Hilfe am 19. August weist UNICEF darauf hin, dass Nothilfe vor allem aufgrund zunehmender Naturkatastrophen in den vergangenen 20 Jahren immer notwendiger wird. Vor allem die Zahl von Überflutungen und Dürren nimmt zu.

Allein in Pakistan brauchen aktuell 3,5 Millionen Mädchen und Jungen dringend Hilfe. Trotz der schwierigen Bedingungen hat UNICEF seine Nothilfe verstärkt und versorgt mittlerweile allein 1,3 Millionen Menschen mit sauberem Trinkwasser. UNICEF schätzt, dass sich weltweit bis zum Jahr 2015 die Zahl der Kinder, die an den Folgen klimabedingter Naturkatastrophen leiden, von rund 66,5 Millionen in den 1990-er Jahren auf 175 Millionen jährlich verdoppeln wird.

"Die UN braucht 457 Millionen Dollar, um diesen Menschen helfen zu können. Weniger als ein Viertel dieses Betrages haben die Mitgliedsstaaten bislang zugesagt. Deutschland beteiligt sich mit 15 Millionen Euro. Angesichts des Ausmaßes des Leids muss Deutschland sich stärker bei der Hilfe für Pakistan einbringen, auch weil die privaten Spenden bislang sehr gering ausfallen.", so Tom Königs vom BÜNDNIS90/DIE GRÜNEN und Vorsitzender des Ausschusses für Menschenrechte und humanitäre Hilfe im Bundestag.

Über die zähe Spendenbereitschaft führt der Deutsche Fundrasingverband analysierend aus: Die deutschen Spenden für die Flutopfer in Pakistan fallen im Vergleich zu der Anteilnahme nach den Tragödien in Haiti und dem Tsunami bisher noch gering aus. "Das ist angesichts der humanitären Katastrophe erstaunlich", sagt Matthias Buntrock, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Fundraising Verbandes. Dennoch gibt es eine ganze Reihe von Faktoren, die die bisherige Spendenzurückhaltung erklären.

Eine Ursache könnte in der Berichterstattung der Medien zu Beginn der Flutkatastrophe und das irritierende Verhalten der politisch Verantwortlichen in Pakistan liegen, vermutet Buntrock.

So hat der pakistanische Präsident Asif Ali Zardari nach Beginn der Überschwemmungen zunächst seine Europareise fortgesetzt und erst spät das Ausland um Hilfe gebeten. Auch die unsicheren politischen Verhältnisse vor Ort, der Einfluss der Taliban und die widersprüchlichen Hilfszusagen der westlichen Staaten vermittelten das Bild eines politischen Problems, was auch tatsächlich gegeben ist.

"Aufgrund der riesigen Anteilnahme nach der Erdbebenkatastrophe in Haiti und den jährlich wiederkehrenden Überschwemmungen in der Monsunzeit stellt sich darüber hinaus offenbar eine gewisse Spendenmüdigkeit ein.", so Buntrock.

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