Wer heute gesellschaftlich aktiv ist, weiss trotz Internet nicht einmal, ob in seiner Nachbarschaft nicht Menschen mit ähnlichen Projekten aktiv sind. Es gibt zu viele Webseiten und soziale Netzwerke, um händisch herausfinden zu wollen, ob da draussen irgendwo noch Gleichgesinnte sind. Ein Blick in einem Suchmaschine hilft nur bedingt weiter.
Neben dem Finden von Menschen und Projekten, stellt die Informationsverbreitung ein weiteres Problem dar. Tausende Newsletter und Mailinglisten, unzählige Email-Weiterleitungen und man findet keine Orientierung mehr im Zeitalter der Informationsüberflutung. Durch Semantik, Kategorien, Trust-Modelle und "best-off" Mechanismen könnte man dem durch neue Internet Standards und Protokolle Einhalt gebieten, so das man als Nutzer die Informationen von selbst findet, die man gerne erhalten möchte.
Oder Beispiel Kampagnen: Wie kommen heute Kampagneninformationen zu den Menschen in den unzähligen sozialen Netzwerken? Eine NGO, die ihre Kampagneninformationen in die richtigen Gruppen der Netzwerke platzieren möchte (also nach Örtlichkeit, wie thematisch korrekt), müsste einen Vollzeitmitarbeiter beschäftigen, der den ganzen Tag nichts anderes tut als die einzelnen Social Media Seiten zu bestücken. Für die meisten Organisationen ist dies nicht möglich.
Eine weitere Verbesserungsmöglichkeit stellt die gezielte Informationsbeschaffung und -verbreitung für Menschen dar, die in Armut und Unterdrückung leben. Entsprechende Standards vorausgesetzt, könnten sie Handelspreise für ihre Waren und Produkte besser vergleichen. Oder Informationen über die Herstellung von Produkten einzelner Unternehmen könnten den Verbraucher besser finden.
Daten, die von den öffentlichen Verwaltungen in Zukunft zur Verfügung gestellt werden, könnten den Bürgern helfen, sich durch ein mehr an Transparenz bessere Entscheidungsgrundlagen zu verschaffen in gesellschafts-politischen Fragen. Auch hier gibt es gemeinsam sehr viel zu tun im Dialog zwischen den Verwaltungen und den Bürgern.
Aus all diesen und noch vielen weiteren Gründen, entstand vor mehreren Jahren der Gedanke einen internationalen online und offline Dialog ins Leben zu rufen, der sich mit der Entwicklung und Verbesserung von Internet-Standards und -Protokollen für die engagierte Weltzivilgesellschaft und die öffentliche Verwaltung befasst: "World Social Web Dialogue".
Die Auftaktveranstaltung
Am 21.11.2009 wird in Berlin dazu das Auftakt-Event stattfinden. Zahlreiche Webmaster/innen aus wichtigen Organisationen und Netzwerken wie campact.de, engagiert-in-deutschland.de, reset.to, echo, crabgrass, Opendata Netzwerk und vielen weiteren NGOs sind bereits angemeldet und werden den Grundstein legen für diesen internationalen Dialog.
Die Definition des World Social Web Dialogue
Der "World Social Web Dialogue" ist ein Webseiten und Sprachenübergreifender online und offline Dialog. Das Ziel ist die globale Verbreitung und Verbesserung von bestehenden Internet-Protokollen sowiedie Entwicklung neuer Internet-Standards, welche
1. den Bedürfnissen von Bürgern, Organisationen, Netzwerken,
Institutionen, öffentlichen Verwaltungen und sozialen Unternehmungen
entsprechen, die sich für eine sozial, ökologisch und ökonomisch
nachhaltigere und demokratischere Welt einsetzen, sowie
2. Menschen in Armut und Unterdrückung helfen, sich durch moderne Open
Source Technologien selbst oder mit der Unterstützung von anderen
Menschen aus ihrer Lage zu befreien.
Was wird bei der Auftaktveranstaltung in Berlin passieren?
Die Auftaktveranstaltung beginnt am Samstag, den 21.11.2009, um 13.30 Uhr, angesetzt für 6 Stunden. In dieser Zeit sollen gemeinsam 3 Fragen erörtert werden:
1. Welche Daten und Inhalte sollen in Zukunft Webseiten
übergreifend austauschen?
2. Welche Protokolle, Formate und Standards gibt es bereits dazu und
welche gefallen am besten?
3. Was muss an den bestehen Standards verbessert werden bzw. was muss neu entwickelt werden?
Nach Abschluss des Auftaktevents werden die Ergebnisse online veröffentlicht und ins Englische übersetzt. Den weiteren Prozess können werden wir auch im Anschluss an die 3 Fragen tiefer besprechen. Je nachdem wie schnell wir voran kommen, werden in den Dialog weitere Länder
involviert - internationale Partnerschaften bestehen bereits.
Anmeldung
Die Teilnahme ist kostenlos. Die Teilnehmerzahl für das Auftaktevent ist jedoch auf 30 Webmaster/innen begrenzt.
Anmeldung per Mail: ir@oneaim.org
Sponsoren: www.echologic.org
Medienpartner: Glocalist Medien:Medien für Nachhaltigkeit




