Die teilnehmenden Organisationen reichen von Volkshilfe über ÖH, SOS Mitmensch, Attac Österreich bis Caritas,. Die Sponsoren reichen von der Industriellen Vereinigung, Bundeskanzleramt, Wirtschaftskammer, das Arbeitsmarktservice, BM für Arbeit und Soziales bis hin zur AK, also die wesentlichen Sozialpartner und politischen Machtzentren des Landes, die für die aktuelle soziale Lage in Österreich mitverantwortlich sind.
Die Einbindung der Sozialpartner und der politischen Machtzentren in diese Konferenz mag vielleicht dazu führen, dass diese sich der sozialen Frage verstärkt annehmen und vielleicht anderes betrachten.
Gut ist, dass es am 22. Februar jeweils eine Vorkonferenz gibt für Betroffene von Armut und für Frauen. Der eigentliche Hauptakt verspricht: "Armut ist ein Verhältniswort. Es markiert sozioökonomische Benachteiligungen und gibt Auskunft über Machtverhältnisse. Es zeigt auf, was jene, die über privilegierten Zugang zu Ressourcen verfügen, den ‚armen anderen‘ zugestehen. Glück und Wohlbefinden, Gerechtigkeit und gutes Leben sind Konzepte, die auf unterschiedliche Weise Vorstellungen von Lebensqualität und davon, wie Gesellschaften verfasst sein sollen, reflektieren. Einkommen, sozialer Status, soziale Beziehungen und Netzwerke, Bildung und berufliche Situation entscheiden über Gesundheitszustand und Lebensqualität, Ansehen und Möglichkeiten in einer Gesellschaft. Soziale Polarisierung schafft Aufstiegsbarrieren, Abstiegsängste und Statusstress, produziert Armut und schadet der ganzen Gesellschaft. Die Finanzkrise, wenn auch von manchen bereits abgesagt, verschärft die Situation. Die soziale Krise steht erst vor der Tür. In den sich abzeichnenden Verteilungskämpfen um die Bezahlung der Krisenkosten drohen diejenigen, die ohne Lobby sind, unter die Räder zu kommen. Alternative Wege aus der Krise und die Entwicklung und Umsetzung von politischen und ökonomischen Konzepten, die gerechte Gesellschaften schaffen und ein gutes Leben aller garantieren, sind mehr denn je gefordert."
Kurz: Alles drinnen, alles vereint, der sozialpartnerschaftliche Bogen ist gespannt. Beim Befund, dass die soziale Krise vor der Tür steht, mag man die Pressemitteilung der Armutskonferenz aus dem Dezember 2009 in Erinnerung rufen, wonach 492.000 Menschen in Österreich manifest arm sind. Was da noch vor der Türe meinen soll, mag man spekulieren. Bei rund 7 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner in Österreich ist die soziale Krise mit rund einer halben Million manifest armen Menschen bereits durch die Tür gestürmt. Ähnlich kann man auch in Bezug auf die Wendung "von sich abzeichnenden Verteilungskämpfen" sagen: Rund 15 Milliarden Euro haben Wohlhabende Steuer in Österreich hinterzogen und in die Schweiz verfrachtet. Der Verteilungskampf ist schon längst da.
Das Programm ist reichhaltig und klassisch nach "Diskussionsforen" gegliedert, wo kompetente Rednerinnen und Redner vom Podium herab ihre Statements zur Diskussion anbieten werden, um zu klären, was so Sache mit dem Thema Armut in Österreich ist.
Gesamt bietet man 12 Foren auf, reichend von der Frage "Wem gehört Österreich?" bis hin zu "Schmutzige Geschäfte" oder "Jenseits von Wachstum und Profit" mit einem Vertreter der Bank AUSTRIA: Fast alle Themenbereiche in Sachen Armut werden so abdeckt. Weiters ist auch erwartungsgemäß für ein künstlerisches Abendprogramm gesorgt mit Jelena Popržan & Ljubinka Jokić.
Web > www.armutskonferenz.at/form_anmeldung_2010.php
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Donnerstag, 9. Feber 2012 - Eine andere Information ist möglich!



VERMISCHTES
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