Der Preis wird von der US-amerikanischen Umweltschutzbehörde (Environmental Protection Agency, EPA) im Namen des Weißen Hauses vergeben. Seit 1996 werden damit jedes Jahr bahnbrechende Technologien ausgezeichnet, die helfen, Umweltschutzerkenntnisse aus dem Forschungslabor auf konkrete Anwendungen zu übertragen. Zweifel sind aber angebracht.
Offensichtlich ist der Behörde die anhaltende Kritik an BASF wie beispielsweise im Bereich Gentechnologie entgangen. So führt die Umweltschutzorganisation BUND aus:
Die Genkartoffel Amflora wurde von der BASF Plant-Science entwickelt, um eine hohe Konzentration an Amylopektin zu erreichen. Kartoffelstärke besteht zu etwa drei Vierteln aus Amylopektin und zu etwa einem Viertel aus Amylose. Amflora ist gentechnisch so verändert worden, dass sie überwiegend das von der Industrie genutzte Amylopektin produziert. Die Bildung von Amylose unterbleibt. Im März 2010 hat die BASF eine Genehmigung für den Anbau der Amflora, für ihre industrielle Verwertung und die Verwendung als Futtermittel erhalten. Auch Verunreinigungen von Lebensmitteln bis 0,9 Prozent sind erlaubt.
Die Genkartoffel der BASF enthält als Marker ein Antibiotikaresistenz-Gen. Solche Markergene dienen dazu, jene Pflanzenzellen zu finden, die das neue Gen aufgenommen haben, das schließlich die gewünschten Eigenschaften auslöst. Zu befürchten steht, dass beim Verzehr der Genkartoffel das Antibiotikaresistenz-Gen auf Bakterien übertragen wird, die im Magen-Darm-Trakt von Mensch und Tier leben. Bakterien mit Antibiotikaresistenz-Genen können dazu führen, dass Krankheiterreger gegen bestimmte Antibiotika unempfindlich werden und damit nicht mehr mit diesen Antibiotika bekämpft werden können. Eines der Antibiotika, gegen die das Resistenzgen wirkt, ist Kanamycin. Es wird in der Liste der wichtigsten Medikamente der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als Reserveantibiotikum gegen mehrfachresistente Tuberkulose aufgeführt.
Zurück zum Preis: Die beiden Unternehmen wurden damit für ihre gemeinsam entwickelte Wasserstoffperoxid-Propylenoxid-Technologie (HPPO) geehrt, die den Produktionsprozess von Propylenoxid (PO), einem bedeutenden chemischen Zwischenprodukt, erheblich verbessert. Propylenoxid aus dem HPPO-Prozess wird in vielen Bereichen eingesetzt: Bei der Gebäudedämmung, in Kühlgeräten und Autos, für die Möbelherstellung, aber auch bei der Flugzeugenteisung, für Arzneien, Anstrichmittel oder Bremsflüssigkeiten.
Ziel des Preises ist es, eine kommerziell erfolgreiche und mutmaßlich umweltbewusste Chemieproduktion zu fördern. Dow erhält den Presidential Green Chemistry Challenge Award zum siebten Mal, für BASF ist es die vierte Auszeichnung dieser Art.
"Die Anerkennung der EPA belegt die Innovationskraft und starke Kooperation, die in diesem Projekt zusammenwirken", so Guillermo Novo, bei Dow verantwortlicher Vice President für Polyurethane. Und Jacques Delmoitiez, Leiter des BASF-Unternehmensbereichs Polyurethane sagt:
"Wir sind stolz auf dieses herausragende Beispiel für gemeinsame Forschung und Entwicklung. Diese hochmoderne Technologie kombiniert wirtschaftlichen Erfolg mit einer verbesserten Umweltbilanz. Damit setzt sie Standards für zukünftige Projekte."
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Sonntag, 12. Feber 2012 - Eine andere Information ist möglich!



VERMISCHTES
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