"Ein Tag in der Woche für den Klimaschutz – das ist relativ wenig. 52 Tage im Jahr für den Klimaschutz – das ist relativ viel und kann den CO2-Ausstoß von 40.000 Autos einsparen." wirbt die Bremer Bürgerstiftung für einen vegetarischen Tag pro Woche in Bremen.
Die Initiative hört auf den Namen "Veggiday". Und der Veggiday freut sich prominenter Unterstützung. Aber einmal pro Woche vegetarisch zu leben, ist auch geeignet das persönliche Wohlbefinden zu heben.
Die Schirmherrschaft für das Projekt hat der Präsidenten des Senats, Bürgermeister Jens Böhrnsen übernommen: "Das Klimaprojekt Veggiday ist langfristig angelegt und will vorbildlich auch für andere Städte sein. Jeder kann sich leicht beteiligen."
Was bringt das?
Fleischfrei essen, um das Klima zu schützen – bringt das überhaupt was? Die Antwort ist eindeutig: ja. Kühe produzieren bei der Verdauung erhebliche Mengen Methan. Über die pupsenden Rinder werden zwar gern Witze gemacht, aber sie verschleiern, welche Wirkung dieses Gas tatsächlich hat. Es ist 25 mal so schädlich wie CO2.
Außerdem, so Dirk Wassermann, mal Wissenschaftler, mal Unternehmensberater: "Es sind sechzehn Gramm Pflanzeneiweiß nötig, um ein Gramm tierisches Eiweiß zu produzieren". Das bedeutet: In Südamerika werden weiterhin CO2-absorbierende Regenwälder abgeholzt, um Platz zu schaffen für Viehweiden oder den Anbau von Viehfutter. Beides erzeugt erneut CO2, erst recht wenn das Fleisch als Hamburger auf unserem Teller landet.
Erfolgreiches Modell
Vorbild für Bremen ist die belgische Stadt Gent. Hier gibt es seit Mai 2009 einen "VeggieDag" – mit einer klaren Rechnung: Wenn die 240 000 Bürger der Stadt einmal in der Woche gänzlich auf Fleisch und Fleischprodukte verzichten, bedeutet das die Ersparnis der CO2-Emissionen von 18 000 Autos im Jahr. Auf Bremen umgerechnet hieße das: 550 000 BürgerInnen essen 52 Tage im Jahr vegetarisch und ersparen der Atmosphäre die CO2– Belastung von 40 000 Autos pro Jahr.
"Wir werfen einen Stein ins Wasser und hoffen, dass er viele Kreise zieht und das Bewusstsein schärft für das, was wir täglich auf dem Teller haben", sagte Dr. Hans-Christoph Hoppensack, stellvertretender Vorsitzender der Bürgerstiftung Bremen, "Less meat – less heat", das war auch die Forderung von Sir PaulMcCartney, Ex-Beatle und prominenter Vegetarier Großbritanniens, am 3. Dezember vor der Europäischen Kommission in Brüssel.
Es bleibt stark zu hoffen, dass dies eine von Freiwilligkeit geprägte Maßnahme bleibt, denn was man nicht braucht, ist eine moralische "Ökodiktatur" bzw. Sektenhaftigkeit, die einem bis tief in den persönlichen Bereich hinein vorschreiben will, wie man zu leben hat.
Und wer dazu Rezepte und Informationen braucht kann die Website "Veggiday" besuchen > www.veggiday.de/rezepte.html
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Samstag, 11. Feber 2012 - Eine andere Information ist möglich!



VERMISCHTES
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