Das Thema Unternehmensverantwortung hat in Form freiwilliger CSR-Maßnahmen Eingang in den Mainstream der Tourismuswirtschaft gefunden. Immer mehr Reiseunternehmen stellen offensiv ihr gesellschaftliches Engagement dar. So begrüßenswert diese Entwicklung ist, so notwendig ist eine Debatte über die Qualität freiwilliger Maßnahmen.
"Ob im boomenden Kreuzfahrttourismus oder bei den Trägern der Gipfeltouren am Kilimandscharo - die sozialen und ökologischen Herausforderungen lassen sich nicht kosmetisch bewältigen. Umweltschutz und Arbeitsrechte dürfen nicht allein dem freiwilligen Engagement einzelner Unternehmen überlassen werden", sagt Heinz Fuchs, Leiter der Arbeitsstelle Tourism Watch im Evangelischen Entwicklungsdienst.
CSR-Maßnahmen sind keine milden Gaben der Unternehmen, sondern sollen eine zukunftsfähige touristische Entwicklung fördern. Deshalb gehören CSR-Aktivitäten ins Kerngeschäft der Unternehmen, müssen im Leitbild und auf der Führungsebene verankert sein und transparent kommuniziert werden. So wird CSR mehr als eine Werbebotschaft sein.
"Unternehmen die CSR als Feigenblatt benutzen, gefährden die Glaubwürdigkeit der ganzen Branche. CSR wird dann einen Mehrwert für die nachhaltige Entwicklung im und durch Tourismus haben, wenn Unternehmen nicht hinter gesetzlichen Mindeststandards herlaufen, sondern sie aktiv nach vorne treiben," sagt Fuchs.
Ein positives Beispiel für CSR in der Reisebranche stellt der Verhaltenskodex zum Schutz von Kindern vor sexueller Ausbeutung im Tourismus, kurz „The Code", dar. Beteiligte Unternehmen schulen Mitarbeitende im In- und Ausland und sensibilisieren ihre Kunden gegen das verbreitete Wegschauen. Hier geht das unternehmerische Engagement über gesetzliche Anforderungen hinaus. „Wenn in naher Zukunft noch ein wirksames Monitoring für die Umsetzung des Kodex implementiert wird, erreicht er die Transparenz und Verbindlichkeit, wie sie von einem glaubwürdigen CSR Instrument zu erwarten ist," so Heinz Fuchs.
Veranstaltungstipp: Im Rahmen der Veranstaltung „Fair Play, auch im Tourismus!", auf der ITBam Freitag (12.3.2010) 13:00-14:45 Uhr in der Halle 4.1 werden sich u.a. Initiativen zur Unternehmensverantwortung vorstellen.
(Quelle: EED)
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Samstag, 4. Feber 2012 - Eine andere Information ist möglich!



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