Anzeige
Donnerstag, 2. September 2010 - Eine andere Information ist möglich!
VERMISCHTES

 

Dresden: Bürger wollen Naziaufmarsch verhindern


Dresden (8.2.10): Am 13. Februar wollen Nazis den 65. Jahrestag der Bombardierung Dresdens für ihre Propaganda mißbrauchen. Bürger wehren sich dagegen und prallen dabei an der Staatsanwaltschaft Dresden ab.
Ein Verbot der Demo ist leider nicht durchsetzbar. Daher ruft ein breites Bündnis von gewerkschaftlichen, kirchlichen und zivilgesellschaftlichen Organisationen dazu auf, sich massiv an Gegenprotesten zu beteiligen.

Attac Deutschland kritisiert, dass "....Öffentliche Stellen (...) den friedlichen Protest kriminalisieren. Die eigentliche Gefahr für Demokratie und Menschenrechte geht jedoch vom Neonazi-Aufmarsch aus! Deswegen hält auch Attac weiter am Aufruf fest: Kommt am 13. Februar nach Dresden - für eine freie und international solidarische Gesellschaft!"

Das örtliche Bündnis "Nazifrei! Dresden stellt sich quer" gründete sich Anfang Dezember 2009. Neben rund 50 Einzelpersonen gehören ihm VertreterInnen verschiedener Organisationen, Vereine, Jugendverbände und Gewerkschafts-und Parteigliederungen an. Mit dabei sind außerdem Künstler wie Bela B von “Die Ärzte” oder der Liedermacher Konstantin Wecker, Bundestags- und Landtagsabgeordnete, Gewerkschaftssekretäre und Pfarrer sowie das Aktionsnetzwerk Jena.

Am 20. Januar durchsuchte die Polizei zahlreiche Einrichtungen in Sachsen und Berlin und beschlagnahmte Tausende Flyer und Plakate. Aus Protest gegen diese Kriminalisierung antifaschistischen Widerstands rufen seitdem verschiedene Organisationen des Bündnisses öffentlich dazu auf, demonstrativ die verbotenen Plakate „Dresden Nazifrei“ zu verkleben. Am 28. Januar gab es ein bundesweit konzertiertes, öffentliches Plakatieren in über 15 Städten.

Dabei wurden teilweise Aktive festgenommen und wegen "Aufrufs zu Straftaten" angezeigt. Am 23. Januar sperrte zudem das Landeskriminalamt auf eine "Bitte" der Staatsanwaltschaft hin die Webseite des Bündnisses: www.dresden-nazifrei.de. Rechtsexperten bewerten das juristische Vorgehen allerdings als äußerst problematisch. Das Bündnis ist inzwischen unter www.dresden-nazifrei.com erreichbar.

Diese Entscheidungen stellen auch ein Desaster für das CDU-FDP Vorhaben dar, die das Versammlungsrecht dahingehend abänderten, dass es zu keinen Nazi-Aufmärschen mehr komme. Das Gegenteil wurde offensichtlich erreicht.

"Wieder einmal wird der legitime Protest gegen den Neonazi-Aufmarsch kriminalisiert und damit erschwert. Die Polizei macht ihre Rechtsauslegung fest am Aufruf zu gewaltfreien Blockaden, die eine Form des zivilen Ungehorsams darstellen.", kritisiert Attac Deutschland.

Und Peter Ufer schreibt in seinem Kommentar in der Sächsischen Zeitung, dem nur wenig nur mehr hinzuzufügen ist: "Leider ist dieser Tag nicht mehr allein dafür da. Er wird zuerst von Neonazis missbraucht. Sie wollen mit aller Macht durch die Stadt marschieren. Das haben sie geplant, und das klagen sie ein. Und genau deshalb braucht es Mut der Dresdner, sich dagegen zu stellen. Dieser Mut wird helfen, diesem Spuk ein Ende zu bereiten. Jeder Nazi muss wissen, er ist hier nicht willkommen."

<< Zurück

Kommentar


NUR für registrierte UserInnen - Jetzt kostenfrei registrieren
Es wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Kommentar schreiben (Tragen Sie Ihr Kommentar in das Feld ein)
 


>Hetzner Online AG finanziert südafrikanisches Hilfsbauprojek
>NABU mit neuem Fachbereichsleiter: Klaus-Henning Groth
>Hofer: Nur mehr Schulhefte aus nachhaltiger Produktion
>Start-ups der Nachhaltigkeit: Jetzt bewerben
>Nobelpreisträger Yunus erhält SolarWorld-Einstein Award
>Wettbewerb Klimaschutz und Sportvereine
>Wasserkraft für 4.000 Haushalte in München
>Werbung und Klimawandel: Ohne Reputation geht nix
>Anti-Atom Flash&Sit-Mob in 41 Städten
>Wilson droht 2 Jahre Gefängnis wegen BP-Protest
>Streuobst-Apfelernte 2010 mit geringem Ertrag
>Promis gegen Armut
>Hochschulstiftungen in Gefahr in NRW?
>dm fördert drei Kölner Projekte mit 30.000 Euro
>Bereits 80 % der PET-Flaschen werden wiederverwertet
>SONNE-Projekt zum Recht auf Wasser in Äthiopien
>Buchtipp: Jahrbuch Ökologie
>European Employee Volunteering Awards
>UrbanCamp Hamburg
>Glocalist Magazine im Gratis-Download
>Tchibo Energiesparstudie
>Studenten der TU Berlin: Wasserprojekt in Tansania
>Solarlampen für Laos
>Solarpark Bitterfeld eröffnet
>6. Konferenz gentechnikfreies Europa
>Christoph Lütge auf neuen Lehrstuhl Wirtschaftsethik berufen
>Elektroauto LUIS 4U
>Förderprogramm für Familienhäuser aktiviert
>Ehrenamtliche Vorstände von Vereinen haften
>Straßenfußball-Meisterschaft
>EcoBox Design Wettbewerb: Ein Wettbewerb mit Fragezeichen
>8. Konferenz Zivilgesellschaft
>Johannisbeeren mit Pestiziden, Himbeeren OK
>Zwischenbilanz Volksbegehren
>Attac will den Mittelstand geschützt sehen
>Vitaminzusätze machen noch lange keine gesunden Lebensmittel
>Abmahnwelle gegen mobile Klimageräte
>Großkundgebung in Berlin: Freiheit statt Angst
>Ecotopia Öko-Festival & Camp
>Hans-Peter Repnik neuer Vorsitzender Nachhaltigkeitsrat
>Die Welt zu Gast in Wien-World Aids Conference
>Green IT Award für beste Praxis ausgeschrieben
>Insel aus Plastikmüll
>Solar for All: Innovationpreis für Photovoltaik
>Deutsche und afrikanische Forscher starten Klima-Initiative
>„READY TO GREEN“-Award für grüner Mode in Berlin vergeben
>Deutscher Engagementpreis: Nominierungen noch möglich
>Wo es nicht heiß sein sollte: Hitzewelle am Nordpol
>Peter Blom (Triodos Bank) neues Mitglied im Club of Rome
>Munich Re: Naturkatastrophen werden immer mehr
Anzeige

Glocalist Medien: Offizielles Projekt der
UN-Weltdekade "Bildung für Nachhaltige Entwicklung"