Anzeige
Sonntag, 12. Feber 2012 - Eine andere Information ist möglich!
VERMISCHTES

Ein Brief an die G20: Finanztransaktionssteuer


Toronto (18.6.10): Das Netzwerk Attac hat eine Briefaktion organisiert und rund 300 Ökonominnen und Ökonomen setzen ihre Unterschrift für die Einführung der Finanztransaktionssteuer.
Eine Woche vor dem Gipfel der G20-Regierungschefs vom 26. bis 27. Juni in Toronto veröffentlicht das globalisierungskritische Netzwerk Attac einen Liste von 376 renommierten Ökonominnen und Ökonomen aus aller Welt, die in einem Brief an die G20 die Einführung einer Finanztransaktionssteuer (FTS) fordern.

Unter den Unterzeichnenden sind zahlreiche ProfessorInnen renommierter Institute, darunter auch Jeffrey Sachs, Professor an der Columbia University. Sachs: "Ich unterzeichne diesen Brief gemeinsam mit weltweit hunderten Ökonominnen und Ökonomen, weil ich glaube, dass die FTS technisch umsetzbar und moralisch richtig ist um das von den Banken verursachte Schlamassel zu bereinigen. Ich plädiere seit langem für diese Steuer, die Milliarden Dollar für die Bekämpfung des Klimawandels und die Erreichung der UNO-Milleniumsziele einbringen würde."

Auch zahlreiche prominente österreichische Ökonominnen, wie Kurt Rothschild, Stephan Schulmeister oder Kunibert Raffer haben den Brief unterzeichnet.

"Sowohl in Europa als auch in armen Ländern zwingt die - vom Finanzsektor verursachte - Wirtschaftskrise Regierungen dazu, drastisch ihre Haushaltsdefizite zu verringern. Statt bei Sozialausgaben, Entwicklungshilfe und Klimamaßnahmen zu kürzen, ist es an der Zeit, jene zu besteuern, die uns in diese Lage gebracht haben", sagt Küblböck, Ökonomin an der Österreichischen Forschungsstiftung für Internationale Entwicklung und Mitbegründerin von Attac Österreich.

Für Attac ist eine – wie auch immer gestaltete - Bankenabgabe keinesfalls ein Ersatz für eine FTS, sondern lediglich ein Tropfen auf den heißen Stein. Eine Bankenabgabe - noch dazu als völlig unzureichender Versicherungsfonds - würde die Weltwirtschaft keinesfalls weniger krisenanfällig machen und nur einen Bruchteil der notwendigen finanziellen Mittel zur Bekämpfung der Krisen sicherstellen.

Der Brief im Wortlaut

Sehr geehrte G20,

Als Volkswirtschaftler aus allen Teilen der Welt ersuchen wir Sie, eine Finanztransaktionssteuer (FTT) umzusetzen.

Die Steuer ist eine Idee, deren Zeit gekommen ist. Die Finanzkrise hat uns die Gefahren eines ungeregelten Finanzsektors gezeigt, und die Ordnung zwischen dem Finanzsektor und der Gesellschaft ist zu Bruch gegangen. Nun ist es an der Zeit, dass der Finanzsektor der Gesellschaft etwas zurückgeben kann.

Schon bei sehr niedrigen Gebühren von 0,05% oder darunter könnte die Steuer Hunderte von Milliarden Dollar jährlich einbringen und übermäßige Spekulationen eindämmen. Großbritannien erhebt bereits eine Steuer auf Aktientransaktionen von 0,5%, - das Zehnfache dieses Satzes - ohne dass sich dies übermäßig auf die Wettbewerbsfähigkeit der City of London auszuwirken.

Dieses Geld ist dringend nötig. Die sozialen Krisen und der Klimawandel erfordern einen historischen Transfer von Millionen von Dollar von der reichen zur armen Welt. Diese Steuer würde bei der Finanzierung helfen.

Angesichts automatischer Zahlungssysteme ist diese Steuer technisch durchführbar. Sie ist moralisch richtig. Wir ersuchen Sie daher dringend, sie zu implementieren.

Mit freundlichen Grüßen

<< Zurück

Kommentar


NUR für registrierte UserInnen - Jetzt kostenfrei registrieren
Es wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Kommentar schreiben (Tragen Sie Ihr Kommentar in das Feld ein)
 


>Europäischen Stiftung bald möglich
>Nachhaltigkeitsstandards für tropische Gewürze
>Ford plant Abfallreduktion bei Produktion
>Weniger Bürokratie kann mehr erneuerbare Energie schaffen
>Consense Messe für nachhaltige Bauwirtschaft
>Aufruf zur Mitarbeit an DIN-Norm für Umweltmanagement
>Wiener Tafel für Arme: 400.000 Kilo Lebensmittel
>Broschüre: Neonazi-Strategien in Sozialen Netzwerken
>Ideenwettbewerb für Bürgerstiftungen
>FDP und das liebe Geld
>23.000 Menschen für eine faire Landwirtschaft
>Schwerölverbot für Kreuzfahrtschiffe
>Kongress Transformation 2.0.
>Umfrage Klimawandel
>4. Media Mundo-Kongress
>Masdar PV errichtet größten Solarpark Thüringens
>Rechtsextremismus und Ökobewegung: Braune Ökologen
>Meeresboden und Biodiversität
>Rechtsextremen-Ball verletzt Pachtvertrag mit Republik
>Haiti zwei Jahre nach dem Erdbeben
>Zum 6.ten Mal Preis für Mittelstand und CSR
>Deutsche Post DHL Mitglied bei econsense
>Gedenk- und Aktionswoche gegen Rechtsextremismus
>Hochschulperle des Monats für Bochumer „Lehre laden“
>Daryl Hannah wird Ratsmitglied im World Future Council
>Erster Erfolg gegen hormonell wirkende Substanzen
>Ideenwettbewerb nachhaltige Unternehmensführung
>Ein neuer Baustein für die Energiewende?
>Rheintal: Größte Photovoltaikanlage in Betrieb
>Wieder Urantransporte
>Klimawandel: „Anpassungspioniere gesucht“ – und gefunden
>Kölner Zoo mit MSC-Fisch
>Öttinger und die Atom-Lobby
>Studentenkongress zu Nachhaltigkeit
>Helfen Sie der Deutschen Bank auszusteigen
>Ehrenamt
>Forschung und Wirtschaft: + 3,7 %
>17 Millionen für Politberatung in Sachen Klima
>Leitfaden für Energieeffizienz
>Umweltmedienpreis der DUH
>Portal Klimafakten.de
>Umwelterziehung: Roots&Shoots Konferenz
>Stresstest AKW - eine Farce
>Lebensmittelüberwachung: Bitte warten und wieder Upps
>Freiburg auf dem Weg zur klimaneutralen Stadt: Möglich!
>Green-IT Award vergeben
>Blue Planet Award für Angela Davis
>BUND Jahresversammlung
>60.588 EU-Bürger gegen Import von Delfinen in die EU
>Die 1.Millionste Solaranlage geht in Berlin in Betrieb
Anzeige


Glocalist Medien: Offizielles Projekt der
UN-Weltdekade "Bildung für Nachhaltige Entwicklung"