Die Europäische Union hat das Jahr 2010 zum Europäischen Jahr zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung erklärt. In der Fokuswoche vom 19. bis 25. Juni 2010 geht es in Berlin an vielen Orten nur um ein Thema, um mehr soziale Gerechtigkeit.
Fakten zur Lage in Deutschland
In Deutschland sind nach einer aktuellen Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung 14% der Bevölkerung, das sind 11,5 Millionen Menschen von Armut bedroht. Die Zahl der Einkommensarmen wie der Reichen hat in den letzten Jahren gleichmäßig zugenommen. Die Mittelschicht erodiert nach beiden Seiten. Von Armut besonders betroffen sind Kinder, Jugendliche und Alleinerziehende, aber auch Menschen in prekären Beschäftigungsverhältnissen und MigrantInnen.
Über 5 Millionen Menschen in Deutschland bekommen Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II („Hartz IV“), darunter über 600.000, das sind 42 % aller Alleinerziehenden, 1,31 Millionen Erwerbstätige und 1,74 Mio. Kinder. Rechnet man alle Grundsicherungsleistungen zusammen, werden hiervon rund 9 % der Bevölkerung erfasst. Ein spürbarer Teil der Bevölkerung – bis zu 5% - lebt in Armut, ohne staatliche Grundsicherungsleistungen zu erhalten. Die EU mahnt, im Rahmen einer gemeinsamen Strategie Armut zu überwinden. Seit 2001 haben sich die Armutszahlen in der EU aber nicht verbessert, sondern die Armut hat zugenommen.
Die Fokuswoche
Die Fokuswoche möchte Betroffene, Mitarbeitende der Freien Wohlfahrtspflege, der Verwaltungen, der Wirtschaft, ehrenamtlich und hauptamtlich Tätige sowie Interessierte gleichermaßen ansprechen wie einladen. Themen und Aktionen der Woche reichen hier von einem Kongress zu Hartz VI, dem Brandenburger Sozialgipfel mit Fachkonferenz und Podiumsdiskussion, der Präsentation einer Auswahl von Werken der Ausstellung „Kunst trotz(t) Armut“ bis hin zu einen Aktionstagen der Veranstalter.
Ein ausführliche Programm ist unter bit.ly/bgi9Il zu finden.
Hintergrund
Die Nationale Armutskonferenz (nak) ist ein Zusammenschluss der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege, bundesweit tätiger Fachverbände und Selbsthilfeorganisationen und des Deutschen Gewerkschaftsbundes.
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Sonntag, 12. Feber 2012 - Eine andere Information ist möglich!



VERMISCHTES
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