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VERMISCHTES

Vadim Karastelev (c) Privat

 

Menschenrechte und Russland


Berlin/Moskau (8.3.10): Amnesty International hat die russischen Behörden aufgefordert, einen brutalen Angriff auf einen Menschenrechtsaktivisten zu untersuchen, der sich öffentlich für eine Reform der Polizei und gegen die Korruption eingesetzt hat.
Vadim Karastelev, Mitglied des Menschenrechtskommitees von Novorossisk, hatte die gerichtliche Verteidigung des Polizeibeamten Aleksei Dymovskii übernommen. Jener hatte im letzten November einen Video-Appell auf dem Internetportal YouTube veröffentlicht, um Premierminister Putin zum "Aufräumen" in den staatlichen Strafverfolgungsbehörden zu bewegen.
Am vergangenen Samstag wurde Karastelev vor seinem Haus in Novorossisk in der Region Krasnodar am Schwarzen Meer von zwei Männern zusammengeschlagen. Er erlitt Verletzungen an den Augen, am Kopf sowie an einem Bein. Nach dem Angriff gelang es Karastelev noch einen Freund anzurufen, bevor er das Bewusstsein verlor. Er wurde in ein Krankenhaus gebracht und operiert. Nach Aussage der Polizei in Novorossisk ist eine Person in Zusammenhang mit dem Angriff in Haft genommen worden.

"Die russischen Behörden müssen schnelle, gründliche und unparteiische Ermittlungen im Fall des Angriffs auf Vadim Karastelev einleiten und die Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen", sagte Andrea Huber, stellvertretende Direktorin der Europa- und Asienabteilung von Amnesty International. "Dies ist lediglich der jüngste in einer Reihe von Fällen, in denen russische Menschenrechtsaktivisten Drohungen und Einschüchterungen hinnehmen mussten."

Einen Tag vor dem Überfall war Vadim Karastelev aus der Polizeihaft entlassen worden, nachdem er sieben Tagen wegen "Widerstandes gegen die Staatsgewalt" in Haft verbracht hatte. Er war am 19. Februar festgenommen worden, weil er Flugblätter verteilt und zu einer öffentlichen Solidaritätsveranstaltung für Aleksei Dymovskii aufgerufen hatte. Bei dem Treffen sollte auch über die Korruption der Polizei und mögliche Reformen gesprochen werden. Die Polizei warf ihm vor, die Veranstaltung ohne vorherige Anmeldung bei den Behörden organisiert zu haben.

(Quelle: ai Deutschland)

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