Bricht unsere Gesellschaft am Esstisch auseinander? Der Verlust der sozialen Funktion von Ernährung stand im Mittelpunkt der ersten Veranstaltung des Nestlé Zukunftsforums (NZF) in Berlin.
In der voll besetzten Kalkscheune diskutierten Experten die Erkenntnisse und Empfehlungen, die der interdisziplinäre Beirat des neu gegründeten NFZ in den vergangenen Monaten erarbeitet hatte.
Renate Schmidt, Bundesfamilienministerin a.D. und Vorsitzende des NZF-Beirats, hielt eingangs fest: „Essen und Trinken ist an erster Stelle Privatsache. Aber das Private ist immer auch politisch, mit erheblichen gesellschaftlichen Wirkungen.“
Gemeinschaftsverpflegung im Fokus – Initiative geplant
Insbesondere Orte der Gemeinschaftsverpflegung, also Kindergärten, Schulen, Betriebskantinen und Pflegeheime, wurden als Chance für eine neue soziale Esskultur identifiziert. Laut Franz-Josef Möllenberg, dem Vorsitzenden der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), essen täglich rund 10 Mio. Deutsche in Betriebskantinen.
Diese seien auch Orte für Kreativität, in dem vor allem die Kultur des Miteinanders in Unternehmen gepflegt werden könne. Gerhard Berssenbrügge, Vorstandsvorsitzender der Nestlé Deutschland AG und NZF-Beirat, ergänzte: „Unternehmen müssen endlich erkennen, dass Betriebskantinen mehr sind als nur ein Ort reiner Verpflegung, sondern vielmehr die Teambildung fördern können.“
NGG und Nestlé vereinbarten eine Initiative, mit der die Bedeutung des gemeinsamen Essen herausgestellt wird und in der Folge auch Kantinenessen lieber wahrgenommen wird.
Esskultur in Kitas und Schulen entwickeln
Ulrike Höfken, MdB und Stellvertretende Vorsitzende des Ausschusses für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, betonte darüber hinaus die Bedeutung der Schulmensa als Ort für Ernährungsbildung und sozialen Zusammenhalt. „Fangen wir bei den Kindern mit einer neuen Esskultur und guter Infrastruktur für die Kindergarten- und Schulernährung an.“
Anfangen kann Nestlé mal bei sich selbst, indem es seine Produkte konsequent nach biologischen Kriterien ausrichtet, die Urwaldzerstörung stoppt, NGOs nicht mehr ausspioniert wie dereinst in der Schweiz und die Supply-Chain konsequenter auf Nachhaltigkeit ausrichtet. Ein Schritt in die richtige Richtung und der Weg ist weit, aber man kann ja auch laufen.
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Samstag, 4. Feber 2012 - Eine andere Information ist möglich!



VERMISCHTES
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