Anzeige
Samstag, 4. Feber 2012 - Eine andere Information ist möglich!
VERMISCHTES

Trierer Weinapfel, Bild NABU: H. May

 

Streuobst-Apfelernte 2010 mit geringem Ertrag


Berlin (19.8.2010): Hatte man noch vor 15 Jahren eine Apfelernte von rund 1,1 Millionen Tonnen, so wird sie dieses Jahr unter 500.000 Tonnen liegen. Schuld ist das kalte Wetter in April. NABU für eine bundesweite Streuobsterhebung .
Nach Schätzungen des NABU-Bundesfachausschusses Streuobst hat die diesjährige Apfelernte geschätzt und hat eine Ernte von unter 500.000 Tonnen errechnet. Der Rückgang zeichnet sich schon viele Jahrzehnte ab. In den Jahren 1980 bis 1994 konnte 1,1 Millionen Tonnen und noch in den Jahren 2000 bis 2009 rund 800.000 Tonnen geerntet werden. Hauptursache für den geringen Ertrag 2010 ist laut NABU die kalte Witterung während der Streuobstblüte im April. Ursachen für den generellen Rückgang sieht der NABU in der meist schwierigen ökonomischen Situation bei der Streuobstbewirtschaftung, daher mangelnder Pflege sowie dem allgemeinen, wenn auch verlangsamten Rückgang der Streuobstwiesen.

"Die Apfelernte im Streuobstbau fällt 2010 nicht nur sehr gering, sondern auch lokal sehr unterschiedlich aus. Sie ist gekennzeichnet durch Nullertrag und ordentlichen Erträgen auf kleinster Fläche“, sagte Markus Rösler, Sprecher des NABU-BFA Streuobst. In Süddeutschland falle die Ernte noch ordentlich aus, aber im Westen und im Norden sei sie weit unterdurchschnittlich. In den neuen Ländern sowie Teilen Nordrhein-Westfalens ist laut Rösler teils weniger als ein Drittel der langjährigen Durchschnittsernte im Streuobstbau zu erwarten.

Aufgrund der niedrigen Streuobst-Apfelernte ruft der NABU die Keltereien auf, besonders auf gute Qualität zu achten und möglichst erst Mitte September mit der allgemeinen Obstannahme zu beginnen: Da die Oechslewerte und damit die Qualität des Obstes im Verlauf des Herbstes ansteigen, sei es sinnvoll, wenn die Auszahlungspreise für das Streuobst im Verlauf der Ernte ebenfalls ansteigen. „Betriebswirtschaftlich rentabel sind nach Kalkulationen des NABU 20 Euro je Doppelzentner“, so Rösler. Die letzte bundesweite Erhebung des Streuobstanbaus fand in der Bundesrepublik 1965 und auf dem Gebiet der neuen Länder 1938 statt.

Damit fehlen verlässliche Daten für einen Wirtschaftszweig mit Qualitätsprodukten und Milliarden-Umsätzen und herausragender Bedeutung für die biologische Vielfalt. Streuobstwiesen sind ein wichtiger Lebensraum für seltene Tierarten und zugleich ein wirtschaftliches Standbein für Obstbauern. Der NABU fordert daher von Bundesagrarministerin Aigner und Bundesumweltminister Röttgen, sich für eine bundesweite Flächenerhebung des Streuobstanbaus einzusetzen. Nach Schätzungen des NABU gibt es in Deutschland noch etwas über 300.000 Hektar Streuobstbestände. Die Hauptobstart im Streuobstbau ist der Apfel mit über 50 Prozent der Hochstamm-Obstbäume.

„Nach der 2009 erfolgten Auflösung der Zentralen Markt- und Preisberichtsstelle (ZMP) stehen noch weniger obstbaurelevante Daten zur Verfügung. Daher ist es für uns umso wichtiger, abschätzen zu können, wie die stark schwankende Streuobsternte ausfällt“, so Rösler. In über 120 Regionen Deutschlands kooperieren Naturschutz, Keltereien und Landwirte in der so genannten Streuobst-Aufpreisvermarktung. Sie erzeugen auf der Basis fairer Preise und mit getrennter Erfassung und Vermarktung der 100-Prozent-Streuobstprodukte rund acht Millionen Liter Getränke mit einem Marktwert von weit über 20 Millionen Euro.

Die Verwertung der Äpfel im Streuobstbau in Deutschland erfolgt regional sehr unterschiedlich. Bundesweit durchschnittlich rund 40 Prozent der Streuobstäpfel werden durch Keltereien erfasst und zu Getränken verarbeitet. Das ergibt rund 240 bis 300 Millionen Liter im Jahr. 30 bis 40 Prozent der Streuobst-Äpfel gehen in die Eigenverwertung von Privathaushalten. Rund zehn Prozent werden als Tafelobst vermarktet, je fünf Prozent werden zu Obstbränden beziehungsweise zu Sonderprodukten wie Mus und Dörrobst verarbeitet. Unabhängig davon wird bei starken Ernten und niedrigen Preisen ein weiterer Anteil von teils über zehn Prozent gar nicht abgeerntet. (Quelle: NABU)

<< Zurück

Kommentar


NUR für registrierte UserInnen - Jetzt kostenfrei registrieren
Es wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Kommentar schreiben (Tragen Sie Ihr Kommentar in das Feld ein)
 


>Consense Messe für nachhaltige Bauwirtschaft
>Aufruf zur Mitarbeit an DIN-Norm für Umweltmanagement
>Wiener Tafel für Arme: 400.000 Kilo Lebensmittel
>Broschüre: Neonazi-Strategien in Sozialen Netzwerken
>Ideenwettbewerb für Bürgerstiftungen
>FDP und das liebe Geld
>23.000 Menschen für eine faire Landwirtschaft
>Schwerölverbot für Kreuzfahrtschiffe
>Kongress Transformation 2.0.
>Umfrage Klimawandel
>4. Media Mundo-Kongress
>Masdar PV errichtet größten Solarpark Thüringens
>Rechtsextremismus und Ökobewegung: Braune Ökologen
>Meeresboden und Biodiversität
>Rechtsextremen-Ball verletzt Pachtvertrag mit Republik
>Haiti zwei Jahre nach dem Erdbeben
>Zum 6.ten Mal Preis für Mittelstand und CSR
>Deutsche Post DHL Mitglied bei econsense
>Gedenk- und Aktionswoche gegen Rechtsextremismus
>Hochschulperle des Monats für Bochumer „Lehre laden“
>Daryl Hannah wird Ratsmitglied im World Future Council
>Erster Erfolg gegen hormonell wirkende Substanzen
>Ideenwettbewerb nachhaltige Unternehmensführung
>Ein neuer Baustein für die Energiewende?
>Rheintal: Größte Photovoltaikanlage in Betrieb
>Wieder Urantransporte
>Klimawandel: „Anpassungspioniere gesucht“ – und gefunden
>Kölner Zoo mit MSC-Fisch
>Öttinger und die Atom-Lobby
>Studentenkongress zu Nachhaltigkeit
>Helfen Sie der Deutschen Bank auszusteigen
>Ehrenamt
>Forschung und Wirtschaft: + 3,7 %
>17 Millionen für Politberatung in Sachen Klima
>Leitfaden für Energieeffizienz
>Umweltmedienpreis der DUH
>Portal Klimafakten.de
>Umwelterziehung: Roots&Shoots Konferenz
>Stresstest AKW - eine Farce
>Lebensmittelüberwachung: Bitte warten und wieder Upps
>Freiburg auf dem Weg zur klimaneutralen Stadt: Möglich!
>Green-IT Award vergeben
>Blue Planet Award für Angela Davis
>BUND Jahresversammlung
>60.588 EU-Bürger gegen Import von Delfinen in die EU
>Die 1.Millionste Solaranlage geht in Berlin in Betrieb
>EDF wegen Spionage gegen Greenpeace verurteilt
>Illegaler Kaviar bedroht Stör in der Donau
>Gen-Soja vor Zulassung
>66.837 Unterschriften für FTS
Anzeige


Glocalist Medien: Offizielles Projekt der
UN-Weltdekade "Bildung für Nachhaltige Entwicklung"