Kernstück dieses einzigartigen Memorials sind mehr als 120 Familienalben ehemaliger jüdischer Bewohner des Schöneberger Bayerischen Viertels und des gesamten Bezirks Tempelhof-Schöneberg. Mehr als 25.000 Besucherinnen und Besucher haben die Ausstellung bereits besucht, die durchwegs sehr positive Resonanz fand.
Dr. Norbert Kampe, Direktor der Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannseekonferenz, steht für die zahlreuchen positiven Stimmen:
„Seit Jahren gibt es eine Adresse in Berlin, die ich Nachkommen von vertriebenen Berliner Juden nenne auf deren Frage, ob denn die Stadt die Erinnerung und das Wissen von den jüdischen Familien irgendwo aufbewahrt hat. Er handelt sich um die Ausstellung ‚Wir waren Nachbarn. Biografien jüdischer Zeitzeugen’."
Die Abbildungen, Dokumente und Berichte holen die damaligen Nachbarn aus ihrer Anonymität, zeigen ihr Leben vor 1933 und berichten über ihren Leidensweg, nachdem sie von den Nationalsozialisten ausgegrenzt, ins Exil gezwungen oder deportiert und ermordet wurden.
Ein Kernstück der vielfältigen Ausstellung ist das "Archiv der Erinnerung": Es ladet Besucher und Besucherinnen ein, Erlebnisse und Erinnerungen, die mit dem Nationalsozialismus zusammenhängen, aufzuschreiben oder auch einen Gegenstand oder ein Foto beizusteuern. "Damit sollen vor allem auch jüngere Besucher angeregt werden, über Gespräche und andere Begebenheiten in ihren Familien aus dem Kontext der Erinnerung an den Nationalsozialismus zu berichten.", so die Betreiber des Vereins "frag doch! Verein für Begegnung und Erinnerung e.V."
Im Bayrischen Viertel in Schöneberg lebten zahlreiche Prominente, die vertrieben worden sind. Pars pro toto seien Albert Einstein, Walter Benjamin oder Kurt Tucholsky genannt, die alle im Bayrischen Viertel lebten und wirkten.
Die seit 2005 jährlich für drei Monate im Rathaus Schöneberg gezeigte Ausstellung „Wir waren Nachbarn. Biografien jüdischer Zeitzeugen“ wird ab 2010 nun ganzjährig geöffnet sein. Möglich wird dies, weil der Staatssekretär für Kulturelle Angelegenheiten des Senats von Berlin, André Schmitz, dieses Projekt unterstützt und die Kulturverwaltung auf Antrag des Bezirks Tempelhof-Schöneberg eine Förderung von je 50.000 Euro für die Jahre 2010/ 2011 verbindlich in Aussicht gestellt hat, damit die Ausstellung im Rathaus Schöneberg gezeigt werden kann.
Dieses Ergebnis ist den intensiven Bemühungen des Bezirksbürgermeisters von Tempelhof-Schöneberg, Ekkehard Band, und seines Stellvertreters, Leiter der Abteilung Schule, Bildung und Kultur, Stadtrat Dieter Hapel, um die Finanzierung einer dauerhaften Präsentation der von ihnen seit langem unterstützten Ausstellung zu verdanken.
Das Vorstandstrio des Fördervereins „frag doch! Verein für Begegnung und Erinnerung e.V.“ - Dr. Ruth Federspiel, Dr. Jochen Thron, Dr. Ilona Zeuch-Wiese - plant nun als weitere Schritte die Gründung einer Stiftung sowie in den kommenden zwei Jahren die Kontakte zu nationalen und internationalen Sponsoren auszubauen, um die inhaltliche Arbeit zu vertiefen.
Eröffnung der Ausstellung:
„Wir waren Nachbarn. Biografien jüdischer Zeitzeugen“
Sonntag, 24. Januar 2010, 18.30, Rathaus Schöneberg/Foyer.
Öffnungszeiten: Täglich außer Freitag, 10 – 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.
Web > www.fragdoch-verein.de
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Donnerstag, 9. Feber 2012 - Eine andere Information ist möglich!



VERMISCHTES
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