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WIRTSCHAFT

10. Forum Solarpraxis in Berlin


Berlin (3.12.09): Das 10. Forum Solarpraxis ist am vergangenen Freitag in Berlin zu Ende gegangen. Zwei Tagen lang diskutierten Experten aus Industrie, Politik und Finanzwelt sowie Angehörige der Fachverbände intensiv über aktuelle Situation und Zukunft der Solarbranche. Ein Schwerpunkt war die Entwicklung des deutschen Photovoltaik-Marktes im kommenden Jahr. Denn nach der Bundestagswahl steht im Jahr 2010 eine Neuverhandlung der Solarstrom-Vergütung bevor. Das Ergebnis wird das künftige Wachstum des deutschen Marktes entscheidend beeinflussen.
"Was auf uns einprasselt, wird immer heftiger“, sagte Karl-Heinz Remmers, Vorstand der Solarpraxis AG mit Blick auf die vermehrten Angriffe seitens der Medien, Politik und Stromversorger. „Aber es ist nicht die Vergütung des Solarstroms, die im wesentlichen für die Erhöhung der Stromkosten verantwortlich ist.“

Eine Umgestaltung des Erneuerbare Energien Gesetzes (EEG) als Reaktion auf die Angriffe würde laut Remmers zu Lasten des Ausbaus der Erneuerbaren gehen. „Das Ziel sind sieben Prozent Photovoltaik-Stromanteil bis 2020“, sagte Remmers zum Abschluss des Jubiläumsforums. „Wir tun etwas Gutes und entsprechend selbstbewusst sollten wir auch auftreten.“

Markus Hoehner, Geschäftsführer von EuPD Research, erwartet für 2010 das stärkste erste Halbjahr aller Zeiten in Deutschland. „Viele Unternehmen sind bis zum ersten oder sogar zweiten Quartal 2010 komplett ausverkauft,“ so Hoehner. Da nicht sicher sei, wie sich die Einspeisevergütung im kommenden Jahr entwickle, versuchten viele Bürger schnellstmöglich eine Solaranlage zu installieren. Er warnte vor einer zu starken Degression der Einspeisevergütung, um den Arbeitsplatzeffekt nicht zu gefährden.

Die Finanzanalysten waren sich einig – für das kommende Jahr sagen sie ein Wachstum des deutschen Photovoltaik-Marktes von zehn bis 20 Prozent voraus. Ein Fokus der Diskussion lag auf dem Wechselspiel zwischen dem asiatischem und dem deutschen Markt. Die Massenproduktion in Asien habe den Preisdruck auf hiesige Unternehmen massiv erhöht.

Die Gewinner sieht Karsten von Blumenthal, SES Research, vor allem am Ende der Wertschöpfungskette bei den Betreibern großer Solarparks und den Projektierern. „Die Verlierer sind eher auf der Produktionsseite zu finden“, sagte von Blumenthal. „Große Unternehmen können allerdings satte Gewinne realisieren, wenn sie ihre Skalenvorteile ausnutzen.“ Integrierte Hersteller haben nach Ansicht des Analysten eine bessere Marktposition als Spezialisten.

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