Anzeige
Freitag, 10. Feber 2012 - Eine andere Information ist möglich!
WIRTSCHAFT

10 Thesen zu Wirtschaftsethik


Düsseldorf (6.1.10): Der seit mehr als 100 Jahre existierende Bundesverband Deutscher Volks- und Betriebswirte e.V. hat gemeinsam mit dem AKL (Aktionskreis Leistungsträger) 10 Thesen zur Wirtschaft und Ethik vorgestellt.
Die im Aktionskreis Leistungsträger (AKL) kooperierenden Verbände haben ein gemeinsames Ethik-Papier erstellt. Leitfrage ist: Wie kann man als Einzelner in einer großen wirtschaftlichen Einheit einen moralischen Kompass behalten? Fast durchgehend verknüpfen die Thesen, ethisch richtiges Handeln mit dem Maßstab Nachhaltigkeit, was grundsätzlich einen richtigen Ansatz darstellt. Hier wäre jedoch dann eindeutiger zu erklären, was unter Nachhaltigkeit verstanden sein will. Die zweite Verankerung liegt im individualistischen Ansatz, der hier vorgestellt wird, wonach der Einzelne und seine Integrität Maßstab sei.

Eine sehr klare Zielformulierung findet man in These 3, wonach Gewinnstreben und ethisches Handeln im Einklang stehen sollen. Die Formulierung "keine Gewinnmaximierung um jeden Preis" wirft wohl schon in der Formulierung ein interessantes Paradoxon auf und verweist auf eine Grundsatzfrage, nämlich wie Geld in die Wirtschaft kam. Eine Frage, die heutige Ökonomiewissenschaft nicht beantworten kann. In Summe, sind die zehn Thesen eine wertvolle Anregung und solide Basis für weiterführende Diskussionen.

Auffällig auch, dass der Begriff CSR und CR - richtiger Weise - keinen Eingang in die Thesenargumentation fand, aber man einen Turn in Richtung zum übergreifenderen Thema Nachhaltigkeit verorten kann.

Nachstehend sollen die 10 Thesen dokumentiert werden:


"1. Ethik ist kein lästiges Hindernis, sondern elementare Voraussetzung für nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg

Das Maß der Wirtschaft ist der Mensch. Auch der Wettbewerb ist eine soziale Veranstaltung zum Nutzen der Konsumenten. Erfolg erleichtert ethisches Handeln. Je größer der Erfolg, umso stärker auch die ethische Verpflichtung. Je anonymer eine Struktur ist, desto schwieriger ist es, Ethik durchzusetzen. Denn die Menschen müssen dann weniger mit Sanktionen ihrer Handlungen rechnen.

2. Jeder ist mit seinem Handeln Vorbild für andere

In ethischen Fragen kann niemandem die Verantwortung für seine Entscheidungen abgenommen werden. Jeder muss ethisches Vorbild für andere sein. Vorbilder, die versagen, beschädigen die Moral. Im ökonomischen Zusammenhang steigen damit auch die Kosten. Denn mangelndes Vertrauen führt zu höherer Unsicherheit und damit zu höheren Transaktionskosten. Vorhandenes Vertrauen senkt Unsicherheit und Absicherungskosen und beschleunigt Entscheidungen.

3. Gewinnstreben und ethisches Handeln können und müssen miteinander in Einklang gebracht werden

Das Streben nach Gewinn an sich ist wertfrei. Gewinnmaximierung um jeden Preis aber nicht. Auch die Gewinnverwendung ist eine ethische Entscheidung, die die Interessen aller am Unternehmen Beteiligten und das Untenehmen selbst im Blick behalten muss.

4. Nachhaltigkeit ist ethisch

Nachhaltigkeit stärkt die Zukunftsfähigkeit eines Unternehmens. Ressourcenschonendes Verhalten und „Fair-Trade“ sind wichtige Elemente nachhaltigen Handelns.

5. Kontrolle ist gut, Vertrauen ist besser

Vertrauen ist eine ethische und ökonomische Vorleistung. Vertrauen senkt das Maß an Kontrolle. Ohne hinreichende innere und äußere Kontrolle entgleitet die Moral. Eine innere Kontrolle entsteht durch das Gewissen, eine äußere Kontrolle durch die am Unternehmen und Markt Beteiligten.

6. Haftung stärkt Verantwortung

Mangelnde persönliche Haftung fördert zu große Risikobereitschaft. Haftung hilft bei der Selbstkontrolle und sichert auch äußere Kontrolle. Eine Haftung reduziert die Möglichkeit eines ethischen Fehlverhaltens.

7. Persönliche Integrität ist das Rückgrat für einen verlässlichen Wertekompass

Es gibt kein geschlossenes Bild ethischer Maßstäbe für jede Handlung und jede Situation. Die persönliche Integrität bildet deshalb das Rückgrat für das Handeln des Menschen. Wer integer ist, dem wird vertraut.

8. Jeder ist ein Beteiligter

Das Handeln eines Unternehmens speist sich aus den Entscheidungen der Mitarbeiter, der Kunden, aber auch des Staates. Jede Person ist ein Teil dieses Ganzen und mit diesem Ganzen verbunden.

9. Mut zur Fairness!

Ethisch Handeln im Wettbewerb heißt, nach ausgewogenen und fairen Lösungen zu suchen. Fairness heißt, nicht nur sich als Handelnden zu sehen, sondern immer sein Gegenüber mit in seine Handlungen einzubeziehen. Fairness zahlt sich aus.

10. Wirtschafts- und Unternehmensethik muss verpflichtender Teil der Ausbildung werden.

Aufgabe von Bildung und Ausbildung ist die Vermittlung von ethischem Wissen und die konkrete Verknüpfung dieses Wissens mit der konkreten Verantwortung in einem Unternehmen.

„Jeder Einzelne von uns trägt Verantwortung für mehr Ethik im Wirtschaftsleben.“

Fördern Sie eine unabhängige Berichterstattung und Presse für Nachhaltigkeit auf Social Business Grundlagen. Werden auch Sie Abonnent > www.glocalist.com/abonnement/

<< Zurück

Kommentar


NUR für registrierte UserInnen - Jetzt kostenfrei registrieren
Es wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Kommentar schreiben (Tragen Sie Ihr Kommentar in das Feld ein)
 


>Solarwärme-Markt im Aufwind
>Greenpeace-Cool IT-Ranking
>Aktienindex Erneuerbare behauptet sich
>Erneuerbare senkt Brennstoffimporte
>Entwicklung Fonds der Nachhaltigkeit 2011
>Umweltwirtschaftsbericht: Deutschland wächst nachhaltiger
>Steht nachhaltiger Tourismus vor Boom?
>Ratingagenturprojekt Roland Berger: Im Interesse der Banken
>Q Cells in heftigen Turbulenzen
>Akzeptanz E-Flotten in Wirtschaft steigt
>Ranking der Öko-Landwirtschaften
>Tetra-Pak verliert Prozess gegen die DUH
>Neu im Photon-Aktien Index PPVX
>Mikrokredite und GLS
>Solarstrom-Ausbau und Strompreis
>RENIXX World mit Gewinnsprung
>DIW-Prognose: Deutsche Wirtschaft wächst
>Grüne Finanzwelt
>Banken der Nachhaltigkeit für gemeinnützige Ratingagentur
>Internationales UN-Jahr der Genossenschaften 2012
>Sonnenstromproduktion: +60 %
>Prognose: Deutsche Wirtschaft wird 2012 schrumpfen
>NABU und VW gründen Fonds für Moore
>Institutionelle Anlegen setzen auf Nachhaltigkeit
>Neu im Wirtschaftsrat der Deutschen Umweltstiftung
>Wettbewerb Umweltpreis Baden-Württemberg für Unternehmen
>Die beste CCS-Technologie eben entdeckt: Ohne Risiko!
>Standard & Poor´s stuft Genossenschaftsbanken herauf
>Studie zur Nachhaltigkeit der Banken
>E.ON: 7 Milliarden Invest in erneuerbare Energie
>Immomanagement und Nachhaltigkeit: 40 Milliarden Euro
>Empfehlung an Finanzwirtschaft: Biodiversität
>GLS Bank führt Dividende ein
>Alternative zu Ratingagenturen: ENRA
>Erneuerbarer Aktienindex erholt sich
>PPVX: Marktkapitalisierung 17,4 Milliarden Euro
>Löhne verlieren
>Deutschland schrumpft
>Nachhaltige Geldanlagen: Rund 95 Milliarden Euro schwer
>Klima-Risiko-Index
>Kobalt im Kongo
>Erneuerbarer Aktienindex auf Tiefststand
>vzbv fordert Finanztransaktionssteuer
>KfW Prognose für Wirtschaft düster
>EthikBank investiert nur mehr in nicht-korrupte Staaten
>Auch C&A will auf gefährliche Chemie verzichten
>Altersvorsorge Kirche&Öffentlichkeit: Wenig Nachhaltigkeit
>PUMA legt ökologische Gewinn- und Verlustrechnung vor
>Nachhaltigkeits-Börsenindex besser als DAX
>Wasser: Ein unterschätztes Risiko für Unternehmen
Anzeige


Glocalist Medien: Offizielles Projekt der
UN-Weltdekade "Bildung für Nachhaltige Entwicklung"