Die neue Fertigung in Batu Kawan werde im Wesentlichen den dynamischen Solarmarkt in Asien bedienen, der in den kommenden Jahren Zuwachsraten von durchschnittlich 30 Prozent verzeichnen werde. Darüber hinaus sollen aus Malaysia auch Komponenten für lokale Fertigungen in anderen Ländern zugeliefert werden, erklärte Fehrenbach.
Mit dem Bau des neuen Standorts soll noch in diesem Jahr begonnen werden. „Die geplante Anlage umfasst die gesamte Wertschöpfungskette von den Siliziumkristallen – den so genannten Ingots – über die Solarzellen bis zu den Modulen für den Einsatz auf Dächern oder in Solarkraftwerken“, erklärte Holger von Hebel, Vorstandsvorsitzender der Bosch Solar Energy AG. Die Fertigung soll Ende 2013 beginnen.
Der Endausbau ist im Folgejahr vorgesehen. Dann werden an dem neuen Standort in Penang rund 2 000 Mitarbeiter beschäftigt sein und jährlich Zellen mit einer Gesamtleistung von 640 Megawatt peak produzieren. Die Modulfertigung ist für eine Fertigungskapazität von jährlich 150 Megawatt peak ausgelegt. In der Solarbranche werden die erzeugten Strommengen mit der Einheit Watt peak (Wp) angegeben und damit die bestmögliche Leistung einer Solarzelle bewertet. In der Praxis ist die Stromausbeute stark davon abhängig, wo auf der Welt die Solarzelle zum Einsatz kommt. Folglich würde die Zellproduktion eines Jahres aus dem neuen Werk in Malaysia den Strombedarf von 165 000 (Mitteleuropa) bis zu 300 000 Haushalten (Malaysia) decken können.
Die Entscheidung für einen Standort in Asien spiegelt die allgemeine Entwicklung auf dem internationalen Photovoltaikmarkt wider. In dieser Region wird voraussichtlich bis 2020 eine Gesamtleistung von mehr als 130 Gigawatt Peak installiert, was dem Strombedarf von knapp 200 Millionen Europäern entspricht. Heute sind es fünf Gigawatt. Der derzeitige Hauptmarkt Deutschland wird hingegen auf einem Niveau von jährlich rund 3,5 Gigawatt neu installierter Leistung konstant bleiben.
Malaysia gehört zu dem so genannten „Sunbelt“, also jenen Ländern in der Welt, die bis zum 35. Breitengrad über oder unterhalb des Äquators liegen. Dort ist die Sonneneinstrahlung im Vergleich zu Deutschland doppelt so hoch. Entsprechend wird in diesem Raum eine besonders dynamische Marktentwicklung erwartet. Entscheidend für den Standort Malaysia sind zudem die Verfügbarkeit von qualifiziertem Personal aus der Elektronik- und Halbleiterbranche sowie die gute Infrastruktur vor Ort. Eine gesicherte Energieversorgung ist für die anspruchsvollen wie empfindlichen Fertigungsprozesse in der Photovoltaik unabdingbar.




