Die von Accenture für den UN Global Compact durchgeführte CEO-Studie "A New Era of Sustainability" zeigt ein überwältigendes Bekenntnis zur Nachhaltigkeit. Positiv an dieser Umfrage ist, dass Nachhaltigkeit final in den Entscheidungszirkeln angekommen sein dürfte. Über die einzelnen Ergebnisse der Umfrage und ihre Interpretation läßt sich trefflich diskutieren, was auch dringend, wichtig und notwendig ist, aber das wichtigste Resultat ist, Nachhaltigkeit ist als Thema definitiv angekommen.
766 CEOs aus über 100 Ländern, darunter Paul Polman, CEO von Unilever Allessandro Profumo, CEO von Unicredit, oder Jürgen Hambrecht, BASF SE, wurden über die Bedeutung von Nachhaltiger Entwicklung für ihr Unternehmen befragt. Der Bericht selbst umfasst rund 60 Seiten und verwendet ein Viertel der Seiten für großzügige Fotostrecken, wo man sich schon an und ab nach dem Sinn fragt. Eine Ästhetik der Nachhaltigkeit ist noch nicht wirklich entwickelt worden.
Die wichtigsten Resultate der Befragung, und manche lassen einem erstaunen, sind, dass lediglich 58% der CEOs den Konsumenten als den wichtigsten Stakeholder betrachten. Hier ist damit eine sehr klare Grenze für all jene Ansätze aufgezeigt, die da meinen, mit einer grünen Konsumentenmacht alleine könne der Nachhaltigkeit zum Durchbruch verholfen werden.
Die CEOs der Welt erachten den Konsumenten als gar nicht so wichtig, nicht weil der Konsument nicht wichtig sei, sondern weil der Konsument zu wenig über Nachhaltigkeit wisse. Hier setzt dann auch eine der Empfehlungen an, nämlich das Bewußtsein der Konsumenten zu heben für Nachhaltigkeit. "Actively shaping consumer and customer awareness, attitudes and needs. To create a market for sustainable products and services, CEOs see the need to increase the provision of consumer information and set clear standards, as well as direct government incentives and investment in areas such as energy, transport and public infrastructure." In diesem Zusammenhang ist es auch stimmig, wenn die CEOs der Welt Bildung als das Hauptthema noch vor dem Klimawandel sehen.
Da passt es auch in das Bild, dass nur 15% der CEOs NGOs als wichtig erachten für ihre Entscheidungen bezüglich Nachhaltigkeit. Hingegen erachten 78% der CEOs den direkten Dialog, Kooperationen und Multi-Stakeholder-Dialoge mit der Zivilgesellschaft, den Bürger aber auch zwischen Unternehmen als entscheidend. Hier dürfte den NGOs die Legitimität wegrutschen in der Wahrnehmung der CEOs.
Wenig überraschend, aber erfreulich und soll hervorgehoben werden: 93 Prozent der befragten CEOs sehen Nachhaltigkeit als bedeutenden Teil ihres wirtschaftlichen Erfolges an. Und 86 Prozent glauben, dass in spätestens 10 – 15 Jahren Nachhaltigkeit in alle Unternehmensstrategien Einzug halten wird.
Erstaunlich auch, dass 81% der CEOs glauben, sie haben die Nachhaltigkeit schon völlig in ihren Unternehmen integriert. Dies hält wohl einem Realitätstest nicht wirklich Stand, wenn man sich den Status der Welt ansieht: "Eighty-one percent of CEOs ... stated that sustainability issues are now fully embedded into the strategy and operations of their company."
72% of CEOs sehen als einen der Hauptfaktoren bzw. Treiber für Nachhaltigkeit “brand, trust and reputation” an. Gewinnsteigerung und Kostenreduktion durch Nachhaltigkeit werden von 44% der CEOs als treibender Faktor gesehen.
Eine weitere Empfehlung der CEOs der Welt ist, dass es ein neues Investmentumfeld brauche, wo Nachhaltigkeit im Mittelpunkt stehe. Dies vor dem Hintergrund, dass viele CEOs kein positives Klima bei den Investoren für Nachhaltigkeit sehen. "Many CEOs believe that the investment community is not supporting corporate efforts to create value through sustainable products and services by failing to factor performance on sustainability issues into valuation models."
In Summe, eine wichtige Umfrage, die ein Must-Read für die Nachhaltigkeitsszene darstellen sollte.
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Donnerstag, 9. Feber 2012 - Eine andere Information ist möglich!



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