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WIRTSCHAFT

 

CO2-Emissionen der Zulieferer gewinnen Bedeutung


Berlin (4.2.10): Emissionen entstehen in der gesamten Lieferkette eines Produktes. Um so erfreulicher ist das Ergebnis des CDP Supply Chain Report 2010, wonach Unternehmen immer mehr die Emissionswerte ihrer Lieferanten achten.
Bei vielen Unternehmen entsteht ein nicht unerheblicher Anteil der gesamten CO2-Emissionen in der Lieferkette. Um ihre CO2-Emissionen in der gesamten Produktionskette (indirekte CO2-Emissionen oder Scope 3-Emissionen) strategisch zu managen und zu reduzieren, besteht für produzierende Unternehmen zunehmend der Bedarf an belastbaren CO2-Emissionensdaten ihrer Lieferanten.

Die wichtigsten Ergebnisse sind:

44 internationale Unternehmen und 710 Zulieferer nahmen in diesem Jahr am Supply Chain Programm teil. Unter den 44 teilnehmenden Konzernen sind 20 US-amerikanische, 18 europäische und 4 asiatische Unternehmen, dazu jeweils ein Konzern aus Brasilien und Australien. Es gibt bisher kein deutsches Unternehmen, das an dem Programm teilnimmt. 90% der teilnehmenden Konzerne haben bereits konkrete Treibhausgasemissions- oder Energieeinsparungspläne etabliert. Das ist eine fast doppelt so hohe Quote wie bei allen Global 500 Unternehmen, die an das CDP berichten.

Rücklaufquote verdoppelt: Ingesamt wurden 1.402 Zulieferer befragt. 51 % (710) der Zulieferer haben ihre CO2-Emissionen berichtet (2008: 27%). 43% der Antworten sind in der CDP-Datenbank öffentlich zugänglich.

Bedeutung von CO2-Emissionen als Auswahlkriterium nimmt zu: Bereits 6 % der teilnehmenden Konzerne sortieren schon heute Zulieferer aus, deren CO2-Management ungenügend ist. Hierbei spielen sowohl Kosteneinsparungen als auch strategische Überlegungen zur Positionierung als klimabewußtes Unternehmen gegenüber Investoren und Konsumenten eine Rolle. Mehr als die Hälfte (56 %) möchten daher in Zukunft Lieferanten nicht mehr beauftragen, wenn diese nicht nachweisen können, dass ihr CO2-Management bestimmten Kriterien genügt.

56 % der Zulieferer, die am Supply Chain CDP teilgenommen haben, planen ihre CO2-Emissionen zu reduzieren oder ihren Energiebedarf zu senken. Nur 38% haben festgelegte CO2-Reduktions- oder Energiereduktionsziele. Diese liegen im Durchschnitt bei 3,6%. Das IPCC erachtet 3,8% für erforderlich um den gefährlichen Klimawandel zu stoppen. Betrachtet alle Zulieferer im Durchschnitt ergibt sich insgesamt ein Emissionsanstieg von 0,8%. Um diese Ziele zu erreichen, verfolgenden die Zulieferer verschiedene Ansätze. 72% verbessern die Energieeffizienz, 40% arbeiten an der Verbesserung von Produktionsprozessen und 22% geben an, erneuerbare Energien zu nutzen.

„Der CDP Supply Chain Project zeigt, dass das Bewußtsein für konsequentes CO2-Management auch in der Zulieferkette erheblich wächst. Damit wird es auch zum Faktor im Wettbewerb und Kunden und Kapital. Um so erstaunlicher ist es, daß sich bisher kein einziges deutsches Unternehmen als Mitglied am CDP Supply Chain Project beteiligt, kommentiert Caspar von Blomberg, Geschäftsführer des CDP Deutschland den Bericht.

Der WWF fordert Unternehmen und deren Zulieferer auf, sich absolute Reduktionsziele auch für indirekte Emissionen zu setzen. Nur wenn Unternehmen eine treibende Kraft bei Emissionsreduktionen sind, kann der gefährliche Klimawandel verhindert werden.

Downloadlink: https://www.cdproject.net/CDPResults/CDP-Supply-Chain-Report_2010.pdf
(Quelle WWF)

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