Die Erkenntnis, dass Unternehmen eine gesellschaftliche Verantwortung tragen und diese auch im Bereich des Klimaschutzes übernehmen müssen, hat sich weitgehend durchgesetzt, wofür auch die jüngst gegründete Plattform des Bundesumweltministerium Zeugnis abgibt für die gefühlten Anstrengungen aus der etablierten Politik und Wirtschaft. Man mag zwar sagen, ein Jahrzehnt zu spät, aber besser als gar nicht.
Vor diesem Hintergrund der hektisch ausgebrochenen Betriebsamkeit wundert es wenig, wenn die imug feststellt, dass die Art und Weise wie die Unternehmen sich dieser Verantwortung allerdings konkret stellen wollen, häufig unklar bleibt. Mit Blick auf die Klimakonferenz in Kopenhagen hat die imug die Klimaschutzbemühungen der DAX-30-Konzerne untersucht und bewertet: Nur fünf der 17 risikorelevanten Unternehmen werden mit „gut“ bewertet und kein Unternehmen hat die Herausforderungen des Klimawandels bereits quantifiziert in das Risikomanagement integriert und berichtet öffentlich darüber.
Viele Worte, arme Taten
Die heute vorgestellte Kurzstudie kommt zu dem Schluss, dass mittlerweile alle untersuchten DAX-Vertreter Selbstverpflichtungen zum Klimaschutz veröffentlichen. Im Detail unterscheiden sich die Klimaschutzstrategien der Konzerne hinsichtlich ihrer Qualität mitunter jedoch beträchtlich. Der Klimawandel kann – insbesondere auf mittelfristige- und langfristige Sicht – den Wert eines Unternehmens nachhaltig beeinflussen. Da sich der Klimawandel immer deutlicher auf Mensch und Natur auswirkt und damit auch die Wirtschaftsleistung des Klimawandels in seiner faktischen Bedeutung und seinem ökonomischen Ausmaß Unternehmen in zunehmendem Maße beeinflusst, müssen Investoren ein besseres Verständnis über die Handlungsmöglichkeiten von Unternehmen in diesem Bereich entwickeln.
Befund niederschmetternd
Unternehmen nehmen den Klimawandel ernster, jedoch ist ein größeres Engagement nötig, denn kein Unternehmen erreicht die beste Bewertungsklasse nach den EIRIS/imug-Kriterien. Nur sieben der untersuchten DAX-Unternehmen orientieren die Vorstandsvergütung an der Erreichung von Klimaschutzzielen. In Anbetracht der aktuellen Debatte um eine „gerechte“ und an langfristigen Kriterien orientierte Vergütung des Managements stehen die Unternehmen in der Pflicht, auch das Thema Klimawandel verstärkt in ihren Strukturen zu berücksichtigen, meint die imug.
Bisher vergleichen zu wenige Unternehmen die tatsächlichen Emissionsreduktionen innerhalb ihrer eigenen Branche – und berichten darüber. Für eine Einschätzung, wie die Reduktion der Treibhausgase zu bewerten ist, ist der Vergleich mit den Wettbewerbern einer Branche besonders interessant. Weiters, kein Unternehmen hat die Herausforderungen des Klimawandels bereits quantifiziert in das Risikomanagement integriert bzw. berichtet öffentlich darüber. Hier genügt nicht die Beschreibung einzelner Aspekte, sondern es bedarf, gerade aus Sicht möglicher Investoren, einer Quantifizierung der Risiken. Die Integration des Themas Klimawandel in das Risikomanagement wird in Zukunft von entscheidender Bedeutung sein.
Die Autoren der Kurzstudie betonen, dass unabhängig von den Ergebnissen der Klimakonferenz in Kopenhagen der Klimawandel Unternehmen mittelfristig vor neue Herausforderungen stelle. Je eher die Unternehmen darauf reagierten, desto eher könnten sie gestärkt aus der Situation hervorgehen und sich Wettbewerbsvorteile verschaffen. Mit Blick auf die Investoren wird festgestellt: Anleger müssten in die Lage versetzt werden, den Einfluss des Klimawandels auf ihre Portfolios sowohl aktuell als auch in der zukünftigen Entwicklung bemessen zu können. Das Thema Klimawandel müsse zudem in Investmentstrategien und Anlagepolitiken integriert werden.
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Donnerstag, 9. Feber 2012 - Eine andere Information ist möglich!



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