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WIRTSCHAFT

DNR warnt Unternehmen vor Greenwashing


Bonn (10.12.09): Die Nachhaltigkeitsbewegung und der marktschreierische Hype ruft viele Trittbrettfahrer, Tarnkappenbomber und Nebenerwerbsethiker auf den Plan. Der Deutsche Naturschutz Ring (DNR) drückt dieses Unbehagen aus: Greenwashing.
Der Deutsche Naturschutzring (DNR) hat heute in Berlin führende Wirtschaftsvertreter vor einer fragwürdigen Selbstdarstellung beim Klimaschutz gewarnt, teilt der DNR in seiner Pressemitteilung mit.

DNR-Präsident Hubert Weinzierl und Michael Müller, für Klimafragen zuständiges Präsidiumsmitglied im DNR und Bundesvorsitzender der Naturfreunde, sagten dazu: "Für den dramatischen Klimawandel sind auch viele der Unternehmen verantwortlich, die sich jetzt als grüne Vorreiter hinstellen. Banken, die mit grünen Fonds werben, haben sich in den letzten Jahren als die Herren der Welt aufgespielt und mit ihrem Diktat zur möglichst kurzfristigen Steigerung der Gewinne die Welt an den Rand des Abgrunds gebracht." Hier muss man hinzufügen, und es hat sich wenig daran geändert und was da mancher Ortens als "grüner" Fonds daherkommt, ist nur wenig mehr als konventionelle Produkte mit dem einem oder anderen leidlich grünem Unternehmen in der Fondsstruktur. Und es sind auch zunehmend Banken, die sich als nachhaltig erachten, mit oft zweifelhaften Methoden unterwegs und erwarten noch höhere Renditen bei noch höheren Sicherheiten für ihr Engagement.

Weinzierl und Müller stößt auch die Tatsache auf, dass mehr und mehr Unternehmen sich darstellen als wären sie NGOs und schon immer passionierte Weltretter: "Siemens, AEG, VW, RWE oder E.on, um nur einige Unternehmen zu nennen, tun jetzt so, als würden sie die Welt vor einem Klimakollaps bewahren. Bei den meisten können die Umwelt- und Naturschutzverbände nur sagen: Ausgerechnet die! Die Brandstifter haben Feuerwehruniformen angezogen, aber auch die Streichhölzer noch in den Taschen. Greenwashing ist noch lange kein Klimaschutz." Und, muss man hinzufügen, Plattformen wie Utopia erwecken den Anschein, sich als Brandbeschleuniger anzudienen, wenn man deren Manifeste ansieht, welches leidlich bescheidene Standards der Nachhaltigkeit auch noch zu unterbieten vermag.

Nach Auffassung des DNR geht es vielen Unternehmen häufig nur um neue lukrative Geschäftsfelder, nicht aber um Klimaschutz. Sie wollten an den ökologischen Märkten teilhaben, aber die alten Felder nicht räumen. Besonders deutlich werde das bei der Energieversorgung, so Müller und Weinzierl. "Die großen Energiekonzerne würden gerne von den erneuerbaren Energien profitieren, wollen aber gleichzeitig dicke Gewinne mit der Verlängerung der Laufzeiten von Atomkraftwerken machen."

Hubert Weinzierl: "Klimaschutz wird es nur geben, wenn es zu einer grundlegenden Reform von Wirtschaft und Gesellschaft kommt. Wir müssen lernen, Grenzen zu beachten und zu einer globalen Kreislaufwirtschaft zu kommen."

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