Just an dem Tag, an dem sich die Welt über das gestopfte Loch der Tiefseebohrung im Golf von Mexiko freute, explodierten in Dalian zwei Ölleitungen einer Raffenerie. Seit dem ergießt sich das auslaufende Öl in die nordöstliche See vor China. Das Leck soll die Ausmaße vom Golf von Mexiko haben. Die Ölschicht am Meer ist bis zu 20 cm dick.
Ein 25-jähriger Arbeiter ist bereits im Ölwasser bei dem Versuch ertrunken, ein Unterwasser-Pumpe zu reinigen, die durch das Öl verschmutzt war. Eine Welle hatte den 25-jährigen Zhang Liang erfasst und ins Wasser gedrückt. Seine zur Hilfe eilender Kollege konnte ihm nicht mehr helfen und schaffte es selbst nur knapp dem Ölwasser wieder zu entkommen. Zhang konnte erst Stunden später gefunden werden.
Laut Medienberichten ereignete sich das Unglück, als ein Tanker Rohöl im Hafen ablud. In Darian lagern die größten Erdölvorräte Chinas. Die Folgen der Ölverschmutzung für Umwelt und Wirtschaft sind erheblich: Darian ist eine der wichtigsten Fischereistädte in China. Es werde sich herausstellen, ob Fische und Meeresfrüchte in dieser Region noch genießbar sein werden, so Yang Ailun, Energieexperte bei Greenpeace China.
Schätzungsweise sind bereits 11.000 Barrel (1.500 Tonnen) Rohöl ins Meer ausgelaufen, der Ölteppich hat eine Größe von rund 100 Quadratkilometer erreicht. Wie auch im Golf von Mexiko werden für die Aufräumarbeiten Chemikalien eingesetzt, deren Langzeitwirkung noch nicht bekannt ist kritisiert Greenpeace.
"Ob im Golf von Mexiko oder im Golf von Dalian, überall das gleiche Bild: Mit fossilen Energien wird es keine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung geben, betont Ailun. Um unsere Umwelt vor den Folgen derartiger Unfälle zu bewahren, müssen wir unser Energie-System reformieren. Wir müssen weg von den dreckigen fossilen Kraftstoffen wie Kohle und Öl, hin zu den sauberen Erneuerbaren Energien!
Zu deutlich belegen Unfälle wie diese die unkontrollierbaren Risiken der Erdölförderung und -lagerung. Ungeachtet der Technologie und der Sicherheitsvorkehrungen kann jederzeit ein ähnliches Unglück geschehen. Greenpeace-Überflüge in der Nordsee dokumentieren große Öllachen, die Nebenprodukt des alltäglichen Förderbetriebs sind. Länderübergreifend informieren Greenpeace-Aktivisten über die Risiken der Ölförderung und fordern ein Ende der Tiefseeförderung.
Mit einer meterhohen künstlichen Ölfontäne vor dem Bundeswirtschaftsministerium in Berlin erinnerten gestern ölverschmierte Greenpeace-Aktivisten an das hohe Risiko von Tiefseebohrungen. Sie fordern Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) auf, dagegen vorzugehen. (Quelle: Greenpeace int.)
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Freitag, 10. Feber 2012 - Eine andere Information ist möglich!



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