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WIRTSCHAFT

Google nicht mehr im Nachhaltigkeitsindex Hannover


Hannover (8.9.10): Im Rahmen des halbjährlichen Rebalancing scheidet der US-Internetkonzern Google per 17. September 2010 aus dem Nachhaltigkeitsindex der Börse Hannover, dem Global Challenges Index (GCX), aus.
"Ursachen für den Ausschluss von Google aus dem GCX sind nicht die Diskussionen um sein Street View-Produkt, sondern Defizite im Nachhaltigkeitsmanagement und ein Verstoß gegen international anerkannte Arbeitsrechte", erläutert Dr. Sandra Lüth, Geschäftsführerin der Börse Hannover, die Entscheidung.

Der Global Challenges Index (GCX) wurde von der Börse Hannover in Zusammenarbeit mit der Nachhaltigkeitsrating-Agentur oekom research AG, München, entwickelt und am 3. September 2007 lanciert. Er umfasst 50 Unternehmen, die substanzielle und richtungweisende Beiträge zur Bewältigung der großen globalen Herausforderungen - die Bekämpfung der Ursachen und Folgen des Klimawandels, die Sicherstellung einer ausreichenden Versorgung mit Trinkwasser, ein nachhaltiger Umgang mit Wäldern, der Erhalt der Artenvielfalt, der Umgang mit der Bevölkerungsentwicklung, die Bekämpfung der Armut sowie die Etablierung von Governance-Strukturen - leisten.

Google und sanofis-aventis draußen

So erreicht Google im Rating der Nachhaltigkeits-Ratingagentur oekom research nicht mehr den für die Aufnahme in den GCX notwendigen Best-in-class-Status. Grund sind unter anderem Defizite bei der Einführung eines Umweltmanagementsystems sowie bei der Formulierung von Zuliefererstandards in Bezug auf Arbeitnehmerrechte, Arbeitssicherheit und Gesundheit.

Auch sanofi-aventis wird aus GCX ausgeschlossen: Beim französischen Pharmakonzern sanofi-aventis ist ein Verstoß gegen Arbeitsrechte Ursache für den Ausschluss aus dem GCX. Das Unternehmen steht in der Kritik, in den USA Mitarbeiterinnen systematisch bei der Beförderung übergangen und ihnen für die gleiche Arbeit weniger Lohn ausgezahlt zu haben als ihren männlichen Kollegen. Im Rahmen einer außergerichtlichen Einigung hat sich sanofi-aventis nun verpflichtet, bestehende Einkommenslücken aufzudecken und zu schließen.

Der Vergleich sieht außerdem Schadensersatz für bis zu 4.000 Pharmareferentinnen vor. oekom research bewertet den Fall als Diskriminierung und damit als Verstoß gegen anerkannte Arbeitsrechte. Die Nachhaltigkeits-Ratingagentur wird den Erfolg der vom Unternehmen eingeleiteten Maßnahmen genau beobachten.

Coloplast und Xerox neu im GCX

Neu in den GCX aufgenommen werden das dänische Gesundheitstechnikunternehmen Coloplast sowie der amerikanische Drucker- und Kopiererhersteller Xerox. Coloplast war bereits zum Start im September 2007 im GCX vertreten, wurde aber wegen zunehmender Defizite im Nachhaltigkeitsmanagement ausgewechselt.

Das Unternehmen entwickelt und vermarktet medizinische Produkte für die Bereiche Stoma-, Wund-, Urologie- und Inkontinenzversorgung. Die Wiederaufnahme in den GCX soll dieses verstärkte Engagement des Unternehmens würdigen.

Xerox kann in mehrerlei Hinsicht als Vorreiter seiner Branche bezeichnet werden: So sind nahezu alle Produkte mit dem Energieeffizienz-Label Energy Star ausgezeichnet. Dazu hat der Konzern eine umfassende und ambitionierte Klimaschutzstrategie entwickelt. Zudem hat Xerox konzernweite Richtlinien zu Produktentwicklung und -design hinsichtlich der Wiederverwendbarkeit und -verwertbarkeit seiner Produkte implementiert.


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