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WIRTSCHAFT

Jeder 20.te Job ist ein grüner Job


Berlin (10.3.10): Das DIW-Berlin hat sich den "grünen" Arbeitsmarkt angeschaut und bestätigt zahlreich andere Untersuchungen aus: Klima- und Umweltschutz schaffen Jobs.
Wirtschaftswachstum und Klima- und Umweltschutz sehen nur mehr hartleibige Ideologen im Gegensatz zueinander. Mit der ökonomischen Wirklichkeit hat dies längst nichts mehr zu tun.

Das DIW Berlin hat jetzt nachgerechnet – und die seine aktuelle Untersuchung zum "grünen" Arbeitsmarkt vorgelegt: Der Umwelt- und Klimaschutz hat schlicht und ergreifend ein hohes Beschäftigungspotential in Deutschland. Laut einer aktuellen Studie des DIW Berlin waren im Jahr 2006 bereits 1,8 Millionen Beschäftigte direkt und indirekt für den Umweltschutz tätig. Mit einem Anteil von 4,5 Prozent aller Erwerbstätigen ist der Umweltschutz damit auch in der aktuellen Wirtschaftskrise ein bedeutender und stabilisierender Faktor für den gesamten Arbeitsmarkt. Ein erheblicher Teil des Beschäftigungswachstums ist dabei auf die dynamische Entwicklung im Bereich der erneuerbaren Energien zurückzuführen. Ob sich dieser Trend fortsetzen wird, hat aktuell die Politik in der Hand, der es irgendwie nicht schmeckt, dass sich grüne Jobs entwickeln.

In der vorliegenden Studie haben die Ökonomen auch "neue" umweltorientierte Dienstleistungen in ihrer Analyse berücksichtigt. Dabei handelt es sich zum Beispiel um Dienstleistungen im Energie- und Gebäudemanagement, umweltorientierte Finanzdienstleistungen, Dienstleistungen im Ökotourismus und umweltfreundlichere Mobilitätsdienstleistungen

Und auch hier die Bilanz erfreulich: Auf umweltorientierten Dienstleistungen entfallen mittlerweile mehr als eine Million Arbeitsplätze in Deutschland, das entspricht rund zwei Drittel aller Beschäftigten im Umweltschutz. "Inzwischen sind die Umweltschutzdienstleistungen von größerer Bedeutung als die Warenproduktion", sagte Dietmar Edler.

Klassische Umweltschutzgüter bleiben gefragt. Daneben bleibt die Nachfrage nach klassischen Umweltschutzgütern hoch. Mehr als die Hälfte der Inlandsnachfrage nach klassischen Umweltschutzgütern entfällt auf laufende Sachausgaben wie etwas für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe zum Betrieb von Umweltschutzanlagen. Dies erklärt sich aus dem großen Bestand an Umweltschutzanlagen in Deutschland. Den Sachausgaben folgen Investitionen in den Umweltschutz.

Deutschland ist Exportweltmeister im Umweltschutz

Besonders dynamisch gewachsen ist die Beschäftigung im Sektor der erneuerbaren Energien mit rund 70 Prozent innerhalb von nur vier Jahren. Dieser Trend wird sich weiter fortsetzen und umfasst alle Sparten mit Ausnahme der Wasserkraft. Bei den erneuerbaren Energien nimmt Deutschland weltweit – insgesamt führend beim Export von Umweltschutzgütern – eine Vorreiterrolle ein. Das Resumé der Experten: "Umweltschutz ist als Daueraufgabe von Unternehmen und Staat anerkannt und wird weiter wachsen. Deutschland kann seine starke Wettbewerbsposition ausbauen, wenn es sich dem Strukturwandel hin zum integrierten Umweltschutz anpasst."

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