Es gibt etwa 20 Millionen Wohngebäude in Deutschland und ca. 30 Millionen Haushalte. Diese emittieren mehr klimaschädliche Treibhausgase als die gesamte deutsche Industrie.
Fast 40 Prozent des Energieverbrauchs hierzulande entfällt auf Immobilien. Im Protokoll von Kyoto haben sich die Nationen auf den Emissionshandel als eines der zentralen Instrumente zur Reduktion von Treibhausgasen unter marktwirtschaftlichen Bedingungen geeinigt – allerdings ist bislang nur die Industrie und die Energiewirtschaft in diesen Mechanismus einbezogen.
Untersuchungen der bundeseigenen KfW haben gezeigt, dass die Gebäudesanierung zu den effektivsten Instrumenten für die Reduktion von Treibhausgasen gehört. Das Einsparpotenzial im Gebäudebereich wird durch die gegenwärtige Gesetzeslage jedoch nicht erfasst. Und es wird in der Praxis – trotz bestehender Förderanreize – immer noch viel zu wenig genutzt. Als Grund dafür hat die KfW die Diskrepanz zwischen gesamtwirtschaftlicher Rentabilität einerseits und einzelwirtschaftlicher Unrentabilität andereseits identifiziert. Mit dieser Diskrepanz begründet die KfW auch die Notwendigkeit eines fördernden Eingreifens des Staates.
Die energetische Gebäudesanierung eignet sich vor diesem Hintergrund hervorragend für eine nachhaltige Emissionsreduktion. Aber dieser wirksame und effektive Schritt wurde bei den Verhandlungen und auch in der Abschlusserklärung nahezu vollständig übergangen.
Das Unverständnis hierfür ist groß, zumal viele nahmhafte Experten immer wieder darauf hinweisen, dass eine konsequente Sanierung bestehender Gebäude die Treibhausgasemissionen wirksam und mit nur geringen Kosten reduzieren würde. „Die Emissionen der Haushalte werden leider immer wieder unterschätzt“, sagte Fabian Tacke, Vorstand der Berliner KlimaGut Immobilien AG. "Dabei werden hierzulande mehr Treibhausgase durch Gebäude freigesetzt als durch die Industrie. Technisch ist es überhaupt kein Problem, diese Emissionen deutlich zu verringern. Aber dazu fehlt bisher der politische Wille. Die Kopenhagenkonferenz hat das enorme Einsparpotenzial der Gebäudesanierung ebenfalls ignoriert. Dies ist ein Rückschlag für den Klimaschutz".
Das Klimaproblem ist aber zu dringlich, als dass nun Fatalismus und Resignation nach der gescheiterten Klimakonferenz in Kopenhagen folgen dürfen. Fabian Tacke dazu: "Nach dem Scheitern von Kopenhagen ist es nun an der Zeit, dass wir hier in Deutschland und Europa mutig und klug vorangehen. Wenn wir der Welt zeigen, dass mit der energetischen Gebäudesanierung nicht nur klimaschädliche Emissionen schnell und günstig reduziert werden können, sondern auch die Wirtschaft modernisiert und gestärkt werden kann, dann werden weitere Länder folgen."
Fördern Sie eine unabhängige Berichterstattung und Presse für Nachhaltigkeit auf Social Business Grundlagen. Werden auch Sie Abonnent > www.glocalist.com/abonnement/ |
|
| << Zurück |