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WIRTSCHAFT

Mülldeponie wird zu Photovoltaikanlage


Hohberg (30.10.09): Die Sonne scheint überall hin, auch auf eine ehemalige Mülldeponie. Da kann man nicht mehr viel daraus machen außer man baut eben eine Photovoltaikanlage hin und dann gleich die größte der Region. Das nennt man sinnvolles Recycling. Gute Böden bleiben so gutem Essen vorbehalten.
Im Beisein von Umweltministerin Tanja Gönner wurde gestern auf der ehemaligen Mülldeponie Hohberg in Pforzheim der Spatenstich zum Bau der größten Photovoltaikanlage in der Region gesetzt.

Über die Anlage wird aus Sonnenenergie Strom erzeugt und ins Netz eingespeist. Die rund 5.500 Solarmodule haben mit einer Fläche von 8.700 Quadratmetern eine Leistung von über 1,2 Megawatt. "Auf der kaum anderweitig nutzbaren Deponiefläche ist ein Leuchtturmprojekt entstanden", lobte Umweltministerin Gönner. Mit dem weiteren Ausbau der Solaranlagen werde ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz geleistet und die Abhängigkeit von Energieimporten verringert. "Der Ausbau der erneuerbaren Energien ist außerdem ein zunehmend bedeutender Wirtschaftsfaktor und leistet einen wachsenden Beitrag zur regionalen Wertschöpfung", so Umweltministerin Gönner.

Bislang liege der Anteil des Sonnenstroms am gesamten Strombedarf zwar bei nur etwa 1,4 Prozent. Mit jährlich zweistelligen Zuwachsraten von zuletzt etwa 40 Prozent sei die Entwicklung jedoch weiterhin durch eine erfreuliche Dynamik gekennzeichnet, so Gönner. Angesichts der Forderungen nach einer Absenkung der Vergütungssätze für Solarstrom warnte die Ministerin vor Schnellschüssen.

Eine Absage erteilte die Ministerin dem vermehrten Bau von Anlagen auf der grünen Wiese oder bislang landwirtschaftlich genutzten Flächen. "Ich halte nichts davon Wiesen und Felder zu Solarparks zu entwickeln." Vorrang müssten die noch vorhandenen Dächer und bereits versiegelte Flächen haben, mahnte Gönner. Nur auf etwa ein Prozent der Dachflächen seien bislang Photovoltaik-anlagen installiert. Nach einer Analyse der LUBW - Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz sei dagegen etwa jedes dritte Dach für eine wirtschaftliche Sonnenergienutzung geeignet. "Da ist noch viel Luft nach oben." Ehemalige Deponien wie in Hohberg seien außerdem eines gutes Beispiel für umweltverträgliche großflächige Anlagen, betonte Umweltministerin Gönner.


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