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WIRTSCHAFT

Nachhaltige Finanzprodukte: Welcher ist der richtige Weg?


Berlin (30.6.10): Aktuell schwellt eine Diskussion mit welchem Ansatz und Methode nachhaltige Finanzprodukte einen Beitrag zur Wende zur Nachhaltigkeit leisten können.
Experten schätzen, dass der Markt für Geldanlagen mit Klimaschutzbezug allein in Deutschland bei jährlich rund 60 bis 80 Milliarden Euro liegt.

Wie auf Glocalist berichtet, ist nicht alles Gold, was glänzt: Tatsache ist, dass zahlreiche so genannte Ethik- und Ökofonds in BP und Öl-Wirtschaft massiv investiert haben und dies dann als nachhaltiges Investment ausloben wollen. Und anlässlich der Publikation eines Ratgebers für nachhaltige Finanzprodukte im Jänner des Jahres warnt die Verbraucherorganisation vzbv eindringlich vor Mogelpackungen im ethischen und ökologischen Anlagerbereich.

"Die Verbraucher müssen sicher sein, dass sie vor Mogelpackungen geschützt werden. Und sie müssen darauf vertrauen können, dass sie nicht in riskante oder gar unseriöse Anlagemodelle gelockt werden", sagte der Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv), Gerd Billen.

Aber es gibt auch grundsätzliche, methodische Fragen: In einer der Tage veröffentlichten Studie von FutureCamp ClimateFinance für Germanwatch unter Beratung des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) erstellt hat, wird die Relevanz des CO2-Fußabdrucks im Finanzmarkt (FCFP) kritisch beleuchtet.

Das Beratungsunternehmen kommt zu dem Ergebnis, dass dieser in jüngster Zeit viel diskutierte Ansatz die notwendigen Investitionen in die Transformation zur Niedrigemissionsgesellschaft nur begrenzt anregen kann.

"Unsere Analyse zeigt, dass der CO2-Fußabdruck keinen Anreiz setzt, das Kernstück des notwendigen Umbaus, etwa im Energiebereich, anzugehen. Investitionen werden eher in bereits emissionsarme Sektoren wie den Dienstleistungsbereich gelenkt", so Jörg Doppelfeld, Autor der Studie von FutureCamp ClimateFinance. Ein kleiner CO2-Fußabdruck allein sei kein aussagekräftiger Indikator für eine positive Klimaschutzwirkung.

"Es ist dringend erforderlich, dass sich der Finanzsektor geeignete Instrumente schafft, um eine konstruktive Rolle bei der anstehenden Transformation des Energiesystems zu spielen. Nur was gemessen werden kann, kann auch gemanagt werden. Kompakte Indikatoren müssen sich aber an der tatsächlichen Klimaschutzwirkung von Umschichtungen der Kapitalanlagen und Aktivitäten der Finanzinstitute ausrichten", erklärt Christoph Bals, Politischer Geschäftsführer von Germanwatch.

Der Autor der Studie schlägt zwei Alternativen vor, die sich jeweils an branchenbezogenen Benchmarks orientieren. So könnte festgelegt werden, dass nur in Unternehmen investiert wird, die im jeweiligen Branchenvergleich niedrige Emissionen aufweisen. Alternativ dazu könnten Fonds auch solche Unternehmen auswählen, die sich verpflichten, ihre Emissionen gemessen am Branchenbenchmark um einen bestimmten Prozentwert zu vermindern. Dieser Ansatz habe aber eben dazu geführt, dass Ethik- und Ökofonds massiv in BP investiert haben. Diese Lösung scheint keine zu sein, muss man klar sagen.

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