Einen anderen Weg will die KlimaGut Immobilien AG gehen. Sie will vorrangig bestehende Berliner Mietshäuser sanieren und setzt auf ein Energiekonzept, das Energiesparen mit dem Einsatz von Biokraftstoffen in Blockheizkraftwerken kombiniert. Im Ergebnis soll die Gebäude klimaneutral mit Wärme und Strom versorgt werden. Die energetisch sanierten Gebäude werden in Immobilienfonds eingebracht, an denen sich Anleger, die nachhaltiges Bauen und Wohnen schätzen, beteiligen können. Der erste Fonds soll Ende 2010 auf den Markt kommen. Um diese Entwicklung zu finanzieren, gibt die junge Aktiengesellschaft nun ihre erste Kapitalerhöhung bekannt.
Die KlimaGut Immobilien AG sieht enormes Potential in der ökologischen Gebäudesanierung: „Grünes Bauen und Wohnen ist eines der großen Themen der nächsten Jahre“ sagt Vorstand Fabian Tacke. „Bislang gibt es für private Anleger, die ihr Geld unter nachhaltigen Gesichtspunkten im Immobilienbereich anlegen wollen, jedoch kaum Angebote“ so Tacke. Das will die KlimaGut Immobilien AG ändern und ab 2010 Immobilienfonds für umweltbewusste Anleger anbieten.
Auf Rückfragen der Glocalist Medien führt Tacke die soziale Dimension seines Immobilienfonds aus, wobei er Mieterhöhungen von rund einem Euro pro qm nicht ausschließen kann, aber das Anlageanbot auch für "Kleinanleger" öffnen will: "Damit kann sich jeder "Kleinanleger" ab einem Betrag von 5.000 Euro an klimafreundlichen Immobilien beteiligen. Der soziale Nutzen zeigt sich bei uns insbesondere in der Zielgruppe unserer Mieter. Wir werden keine teuren Wohnungen in schicken Lagen erstellen. Wir werden keine Mietwohnungen in Eigentumswohnungen umwandeln. Wir werden unsere Projekte im Dialog mit den Mietern und nicht gegen sie umsetzen. Wir werden versuchen, Verdrängung so weit wie möglich zu vermeiden. Wir kommen ursprünglich aus der "behutsamen Stadterneuerung" in der die sozialen Zielsetzungen eine wichtige Rolle spielen. Schon aus der Tatsache, dass wir die Sanierungen zusammen mit den Mietern angehen und nicht das Haus leer machen, sanieren und neu vermieten, spiegelt diese Einstellung wider. Daraus resultiert auch, dass sich die Mieten nach Sanierung an den bestehenden Mietverhältnissen und nicht am Neuvermietungsmarkt orientieren. In Zahlen: Wir kalkulieren mit einer Mietsteigerung von etwa 1,40 Euro/qm. Die Betriebskosten werden um etwa 0,40 Euro/qm sinken. Unterm Strich bleiben also 1,00 Euro/qm Steigerung gegenüber einer Ausgangsmiete von etwa 4,00 Euro/qm."
Die Europäische Union hat kürzlich beschlossen, dass Neubauten ab 2019 nur noch als „Null-Energie-Gebäude“ auf Basis nachwachsender Rohstoffe ausgelegt werden dürfen. Mit diesem Beschluss verbindet sich die Erwartung, dass allein durch diese Richtlinie bis zum Jahr 2020 in der gesamten EU der Energieverbrauch um 5 bis 6 Prozent und die CO2-Emissionen um bis zu 5 Prozent gesenkt werden. Die KlimaGut Immobilien AG hat sich das ergeizige Ziel gesetzt, diese Bedingung mit ihren Projekten schon heute zu erfüllen.
Die KlimaGut Immobilien AG wurde von dem Immobilienmanager Fabian Tacke initiiert und am 18. Mai zusammen mit 17 Aktionären gegründet. Um die Investitionen zu finanzieren und die Fonds zu entwickeln will die AG noch in diesem Jahr mindestens 2,8 Millionen Euro bei erfahrenen privaten und institutionellen Anlegern einsammeln. Dabei richtet sich das Augenmerk auf Beteiligungen ab 50.000 Euro. Das Kapital soll zu über 90% in Immobilien investiert werden. Der Ausgabepreis der Aktie beträgt 14 Euro. Die Zeichnungsfrist läuft vom 1. September bis zum 31. Oktober 2009.




