Wie schon mehrfach auf Glocalist berichtet (s.h. Bericht > bit.ly/4QwYFU ), soll eine ISO-Norm, die aber nicht zertifiziert werden kann, für gesellschaftliche Verantwortung für Organisationen Wirklichkeit werden.
"Verbraucher wollen wissen, was Unternehmen meinen, wenn sie sich als verantwortlich bezeichnen. Dafür schafft die Norm erstmals ein klares und weltweit einheitliches Vokabular", so Vorstand Gerd Billen.
Seit 2002 ringen Hunderte Vertreter von Industrie, NGOs, Regierungen und Verbraucherorganisationen über den Wortlaut einer weltweit gültigen Normvorschlag, der "definieren" soll, wofür Unternehmen und andere Organisationen Verantwortung in der Gesellschaft tragen.
Ende 2010 soll die internationale Richtlinie dann in den Praxistest gehen. Hierfür müssten die an der Normentwicklung beteiligten Akteure Mitte Februar den aktuellen Entwurf verabschieden und damit die letzte Arbeitsrunde einläuten. Die Bedenken gegen den Normvorschlag sind: Die Norm sei zu lang, zu unverständlich, nicht konkret genug und dem Prozess fehle die Legitimation.
Der Verbraucherzentrale Bundesverband sieht in der ISO 26.000 einen entscheidenden Beitrag, um die vielfältigen Diskussionen um nachhaltiges und verantwortliches Wirtschaften auf einen Nenner zu bringen. "Verbraucher wissen oft nicht, welchen Aussagen sie trauen können. Wenn Unternehmen sich künftig in ihrer Kommunikation auf die Norm stützen, können Verbraucher endlich klare Entscheidungen für nachhaltigen Konsum treffen", ist Billen überzeugt.
Was ist die ISO 26.000?
Die Richtlinie und internationale Norm ISO 26000 soll Organisationen - also nicht nur Unternehmen - bei der Entwicklung, Umsetzung und Verbesserung bestehender Instrumente für gesellschaftliche Verantwortung (SR, Social Responsibility) unterstützen. Der Leitfaden beruht auf Freiwilligkeit und beschreibt kein SR-Managementsystem. Somit kann er auch nicht zur Prüfung und Zertifizierung der SR-Leistungen einer Organisation herangezogen werden, fasst der vzbv zusammen. Bereits etablierte Grundsätze und Standards der Vereinten Nationen, der OECD oder der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) werden als Basis herangezogen.
In einem der zentralen Kapitel werden die grundlegenden Prinzipien gesellschaftlicher Verantwortung vorgestellt. Hierzu zählen Rechenschaftspflicht, Transparenz, ethisches Verhalten, wie auch die Achtung der Interessen der Anspruchsgruppen, die Achtung der Rechtsstaatlichkeit, die Achtung internationaler Verhaltensstandards und Menschenrechte. Konkretisiert werden diese Prinzipien durch die Benennung von sieben Kernthemen, in denen sich jede Organisation prüfen und aufstellen muss. Kernthemen sind laut ISO 26000 Definition:
Verantwortungsvolle Unternehmensführung
Wahrung der Menschenrechte
gerechte Arbeitsbedingungen
Schutz der Umwelt
faire Handlungsweisen und Umgangsformen
Schutz des Verbrauchers
Einbindung und Entwicklung des regionalen Umfeldes.
(Quelle: vzbv und Glocalist)
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Freitag, 10. Feber 2012 - Eine andere Information ist möglich!



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