Greenpeace Energy - für die Energiewende geben wir alles - außer klein bei



Anzeige
Dienstag, 22. Mai 2012 - Eine andere Information ist möglich!
WIRTSCHAFT

North Face & Co im CSR Test


Wien (2.7.09): Die Clean Clothes Campaign (CCC) hat die wichtigsten Outdoor-Ausstatter unter die Lumpe genommen wie sie es mit fairer Arbeit halten. 15 Anbieter wurden untersucht, keiner schaffte es in die höchste Bewertungskategorie von CCC.
„Never stop exploring“: Damit wirbt Branchenleader The North Face. Die Clean Clothes Campaign hat den Slogan wörtlich genommen und die soziale Verantwortung 15 Outdoor-Firmen unter die Lupe genommen. Das Ergebnis der Studie: Keines der untersuchten Unternehmen schafft es in die beste Kategorie der „Gipfelstürmer“.

Die Outdoor-Branche boomt und der Absatz steigt trotz Wirtschaftskrise. Die ArbeiterInnen in den Zulieferbetrieben merken davon allerdings nichts. Wenn The North Face eine Jacke um 120 Euro verkauft, verdient die Näherin im Produktionsbetrieb 68 Cent. Das entspricht 0,56 Prozent des Verkaufspreises, so CCC in seiner Recherche.


In El Salvador werden so niedrige Löhne bezahlt, dass eine Familie zur Deckung des Existenzminimums vier Mindestlöhne bräuchte. Der deutsche Hersteller VAUDE produziert Teile seiner Kollektion in Myanmar und behauptet, die dortigen Standards seien „für asiatische Verhältnisse relativ hoch“. Dies obwohl der UNO-Menschenrechtsrat erst im März 2009 seine tiefe Besorgnis wegen der schwerwiegenden und systematischen Menschenrechtsverletzungen im ehemaligen Burma ausgedrückt hat. Der Gigant Columbia Sportswear mit europäischem Hauptsitz in Genf hat die Anfrage der Clean Clothes Kampagne zur Unternehmensverantwortung gänzlich ignoriert.

Insgesamt war nicht einmal die Hälfte der angefragten Firmen bereit, Auskunft über ihre Produktionsstandards zu geben. Auch einen öffentlich zugänglichen Verhaltenskodex oder Informationen zur Unternehmensverantwortung sucht man bei den meisten Firmen vergeblich. Selbst das in anderen Bereichen vorbildliche Unternehmen Patagonia verpflichtet sich nicht, seinen ArbeiterInnen einen existenzsichernden Lohn zu bezahlen, der ein Leben in Würde ermöglicht.

Allerdings sind Patagonia und die Unternehmen Mammut und Odlo kürzlich der Überprüfungsorganisation Fair Wear Foundation bzw. der Fair Labour Association beigetreten. Beide sind Multistakeholder-Initiativen, die Unternehmen bei der Umsetzung von internationalen Arbeitsstandards gemeinsam mit verschiedenen Interessensvertretungen - u.a. Nichtregierungsorganisationen - begleiten und überprüfen.

Diese Initiative ist der einzige Lichtblick in der Outdoor-Branche: „Der Großteil der befragten Unternehmen kümmert sich nicht um die Situation der Arbeiterinnen und Arbeiter in den Zulieferbetrieben“, kritisiert Michaela Königshofer, Koordinatorin der Clean Clothes Campaign. Die beste der drei möglichen Bewertungen "Gipfelstürmer, Mitläufer und Ignoranten" hat keines der untersuchten Unternehmen erreicht, neun wurden als Ignoranten eingestuft. Sie schnitten im Durchschnittswert der fünf benoteten Bereiche, Transparenz, Verhaltenskodex, Kodexumsetzung, Monitoring & Verifizierung und Material der Produkte schlecht ab.

“Die Outdoor-Branche muss sich ihrer sozialen Verantwortung stellen und die ArbeiterInnen in Billiglohnländern an ihrem Erfolg teilhaben lassen“, fordert Königshofer. „Wer diesen Weg nicht beschreitet, wird nie ein Gipfelstürmer werden.“

<< Zurück

Kommentar


NUR für registrierte UserInnen - Jetzt kostenfrei registrieren
Es wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Kommentar schreiben (Tragen Sie Ihr Kommentar in das Feld ein)
 


>RWE unterfertigt Deutschen Nachhaltigkeitskodex
>Studie: Nachhaltige Fonds eine tektonische Verschiebung
>USA: Anti-Dumping Zölle gegen China Solarzellen
>Größter Solar-Parabolspiegel steht in Kalifornien
>Wir verbrauchen zuviel Erde
>B4E Global Summit: Green Economy jetzt!
>Eurosif-Report zu Medien und Nachhaltigkeit
>Umfrage: Wird "sozial" das neue "bio"?
>Gewinnverlagerungen von Konzernen
>Energieproduktion: Vergleich der Kosten
>Solarbranche bricht ein: - 50%
>Neuer Windpark in Rheinland-Pfalz
>Entwicklung nachhaltige Fonds
>Nachhaltigkeit:Luxusgüterindustrie noch zu wenig transparent
>Umfrage:Institutionelle Anleger verhalten für Nachhaltigkeit
>Sonne auf Hawaii
>Umfrage: Energiekosten belasten Unternehmen, aber...
>Berliner Bürger wollen sich ihr Stromnetz kaufen
>Windkraft wird sich in 5 Jahren verdoppeln
>Fairtrade: + 18%
>Investklima für Erneuerbare Energie trübe
>Erneuerbarer Aktienindex: geht so
>Cloud Computing: Die Wolke, die Energie frisst
>Nachhaltige Geldanlagen behaupten sich: +1%
>S.A.G. Solarstrom AG: +31%
>Conergy zeigt sich für 2012 zuversichtlich
>Rezessionsgefahr kaum mehr gegeben
>DeKa Bank steigt aus Nahrungsmittelspekulation aus
>Rainforest Alliance: + 205%
>Erneuerbarer Aktienindex im Fall
>Solarstromproduktion: + 40%
>Deutsche Bahn - der alternative "Geschäftsbericht"
>"Sparpakete" in Europa treffen deutsche Wirtschaft
>Studie: Erneuerbare Energie schafft Arbeitsplätze
>PNE WIND AG mit ausgeglichenem Ergebnis
>E.ON baut erneuerbare Energie in Polen
>Chinasolaraktien drücken Index
>UBA: Wir brauchen eine grüne Wirtschaft
>Internationales Treffen der nachhaltigen Banken
>Windenergiemarkt 2011 gewachsen: +30%
>Skandal: Grünes Geld schon wieder besser als Gierökonomie
>Zugang zum Naturaktienindex (NAI)
>Studie: Nachhaltige Banken besser als konventionelle
>Solon wird von Microsol übernommen
>Droht Insolvenzwelle in Solarbranche
>Solarbranche befürchtet Markteinbruch um 75%
>EthikBank: Zweistelliges Wachstum
>Triodos Bank mit Rekordergebnis für 2011
>Solarkürzungen drücken Aktienindex Erneuerbare Energien
>Solarausstiegsgesetz
Anzeige
comdirect

Glocalist Medien: Offizielles Projekt der
UN-Weltdekade "Bildung für Nachhaltige Entwicklung"