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WIRTSCHAFT

Prognose: 2% Wirtschaftswachstum 2010


Düsseldorf (4.1.10): Geht es nach dem Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) in der Hans-Böckler-Stiftung, dann darf man ein Wachstum von 2% erwarten. Dies sei aber zu wenig.
Die deutsche Wirtschaft soll sich im kommenden Jahr deutlich beleben und sie wird im Jahresdurchschnitt 2010 um 2,0 Prozent wachsen, meint das IMK.

Wesentliche Ursachen sind die Investitionen aus dem Konjunkturpaket II sowie ausländische Konjunkturprogramme, die vor allem in asiatischen Ländern die Nachfrage nach deutschen Waren erhöhen. Positiv wirkt auch die expansive Geldpolitik der Zentralbanken, fasst das IMK die drei wesentlichen Faktoren für den möglichen Aufschwung zusammen.

Den tiefen Einbruch des Jahres 2009, in dem das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 4,9 Prozent gesunken ist, wird die deutsche Wirtschaft allerdings auf absehbare Zeit nicht wettmachen können, zumal die konjunkturelle Dynamik im Verlauf des kommenden Jahres wieder abnehmen wird. Die Arbeitslosenzahl steigt, wenn auch weniger drastisch als bislang befürchtet - auf 3,6 Millionen Personen im Jahresdurchschnitt 2010; dies entspricht einer Arbeitslosenrate von rund 8%. Zu diesem Ergebnis kommt das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) in der Hans-Böckler-Stiftung in seiner neuen Konjunkturprognose für 2010.

Gegenüber der Gemeinschaftsdiagnose der führenden Konjunkturforschungsinstitute, an der das IMK beteiligt ist, erhöhen die Konjunkturexperten ihre Erwartung für die BIP-Entwicklung 2010 um 0,8 Prozentpunkte (2,0 Prozent nach 1,2 Prozent). Der Wert für 2009 verändert sich nur geringfügig (-4,9 Prozent nach -5 Prozent).

"Die Zahlen sind erfreulich, aber leider auch ein bisschen trügerisch", sagt Prof. Dr. Gustav A. Horn, der Wissenschaftliche Direktor des IMK. "Ein Wachstum von zwei Prozent erscheint recht hoch, wenn man die schweren Verluste in diesem Jahr vor Augen hat. Es signalisiert scheinbar sogar, dass sich die Wirtschaft schon in einem kräftigen Aufschwung befindet. Aber dieser Eindruck täuscht. Die Krise ist noch nicht überwunden." Die Daten reflektierten vielmehr die erfolgreiche weltweite staatliche Stabilisierungspolitik der vergangenen anderthalb Jahre.

Sehr optimistisch die Annahme vom IMK: So sollen die Exporte 2010 um 8,1 Prozent steigen, nachdem sie 2009 um 14,6 Prozent eingebrochen sind. Die Importe wachsen 2010 um 5,6 Prozent. In diesem Jahr sanken sie um 8,4 Prozent.

Allerdings sind die Konjunkturexperten des IMK selber skeptisch, dass der Außenhandel längerfristig an seine langjährige Rolle als treibende Kraft der Wirtschaftsentwicklung anknüpfen kann: Die deutsche Exportwirtschaft profitiere von den Impulsen der Konjunkturprogramme im Ausland, die nach bisherigem Stand im Jahresverlauf 2010 nachlassen werden. Und bei wichtigen Handelspartnern wie den USA, Großbritannien und Spanien werde die Nachfrage nach ausländischen Produkten wegen der hohen privaten und öffentlichen Verschuldung auf absehbare Zeit nicht mehr so stark steigen wie vor der Krise. In Summe: Deutschland wird sich ein neues Wirtschaftsmodell abseits des Exports überlegen müssen.

Hier könnten sich einerseits Investitionsanreize für Nachhaltigkeit anbieten als auch den Aufbau eines tragfähigen Binnenmarktes über den Privatkonsum. Beide Ansätze schwächeln recht deutlich. So sollen im kommenden Jahr die privaten Konsumausgaben um 0,5 Prozent zurückgehen und dies auch schon auf niedrigen Niveau.


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