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WIRTSCHAFT

Q Cells in heftigen Turbulenzen


Bitterfeld (24.1.12): Die heutige Pressemitteilung der Q Cells hatte es in sich. Sie löste einen Kursturz von rund 19% auf zeitweise 40 Cent pro Aktie aus.
Hintergrund dazu ist folgende nachstehende Pressemitteilung des Unternehmens, wonach das Oberlandesgericht Frankfurt eine Schuldumschreibung nicht zuließ. Dagegen will Q Cells Einspruch erheben, was aber vorerst nicht marktwirksam ist. Mittlerweile ist das Unternehmen an der Börse "nur" mehr rund 70 Millionen Euro wert: "Die Q-Cells SE strebt zur Restrukturierung ihrer Finanzverbindlichkeiten ein zweistufiges Verfahren an. Nach intensiven Verhandlungen mit verschiedenen Gläubigergruppen ist zunächst eine Einigung mit den Inhabern der Ende Februar 2012 fällig werdenden Wandelschuldverschreibung geplant, die unter anderem eine zeitlich gestaffelte Teilrückzahlung des ausstehenden Anleihevolumens vorsieht. In einem zweiten Schritt sollen kurzfristig mittels eines Schulden- und Kapitalschnitts (sogenannter Debt-to-Equity-Swap) die 2014 und 2015 fälligen Wandelschuldverschreibungen in Eigenkapital überführt werden.

Das Landgericht Frankfurt hat am Montag, den 23. Januar, entschieden, dass das neue Schuldverschreibungsgesetz (SchVG) von 2009 nicht auf die im Februar 2012 fällig werdende Wandelschuldverschreibung der Q-Cells International Finance B.V. anwendbar ist. Damit ist die Bestellung eines Gemeinsamen Vertreters, der die 2012 fällig werdende Wandelschuldverschreibung im Auftrag der Gläubiger hätte stunden können, nicht rechtskräftig. Das Unternehmen wird beim Oberlandesgericht Frankfurt (OLG) Rechtsmittel gegen die Entscheidung des Landgerichts einlegen, um sich die Option der Stundung gemäß SchVG offen zu halten.

Aufgrund der Unwägbarkeit einer rechtzeitigen Entscheidung des OLG sind nunmehr voraussichtlich Individualvereinbarungen mit den Inhabern der Ende Februar 2012 fälligen Wandelschuldverschreibung erforderlich. Das Unternehmen wird diesen Gläubigern dafür zeitnah ein öffentliches Angebot unterbreiten."

Dies hat dann die Aktien abstürzen lassen um rund 19%. Der Nachrichtendienst IWR schreibt: "Der vom Unternehmen im November aufgestellte und von der Unternehmensberatung McKinsey im Dezember validierte Geschäftsplan der Q-Cells geht für das anspruchsvolle Geschäftsjahr 2012 weiterhin von Verlusten aus. So weist der Geschäftsplan für das laufenede Geschäftsjahr einen Umsatz in Höhe von 865 Mio. Euro, ein EBITDA vor Restrukturierungskosten von -14 Mio. Euro und ein EBIT vor Restrukturierungskosten in Höhe von -90 Mio. Euro aus. Wesentliche Voraussetzung für die Rückkehr in die Gewinnzone der mittelfristigen Geschäftsplanung ist die zügige Umsetzung der Finanzrestrukturierung aller drei ausstehenden Wandelschuldverschreibungen."

Prominente Opfer der Überkapazitäten sind bisher Solon und Solar Millenium. Es stellt sich nun die Frage, ob Q Cells die dritte große prominente Pleite wird. Insgesamt wird eine Verschuldung von rund 800 Millionen Euro angenommen, so die FTD in ihrer heutigen Ausgabe.



(Quellen: Q Cells, IWR, FTD)

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