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WIRTSCHAFT

Sauberer Strom aus der Wüste: Der nächste Akt


München (2.11.09): In München hat sich der Tage die Desertec Planungsgesellschaft "Desertec Industrial Initiative" (DII) gegründet. Dies ist ein weiterer Schritt hin zur Nutzung der Sonne Nordafrikas für saubere Energiegewinnung und Wassergewinnung durch Entsalzungsanlagen. Das Investvolumen liegt bei geschätzten 400 Milliarden Euro.
Greenpeace unterstützt dieses Projekt grundsätzlich, jedoch warnt Greenpeace davor, dass Unternehmen nicht nur ihre Profite im Auge haben dürfen, "....sondern müssen vor allem die Zusammenarbeit mit den afrikanischen Ländern fördern.", so Greenpeace.

Zwölf Unternehmen und die DESERTEC Foundation haben in München die DII GmbH gegründet. Ziel der DII ist eine zügige Umsetzung des von der DESERTEC Foundation entwickelten DESERTEC-Konzepts. Die DII soll nach sorgfältiger Analyse die geeigneten Rahmenbedingungen für Investitionen entwickeln, die notwendig sind, um die MENA-Region und Europa mit Sonnen- und Windenergie zu beliefern. Das langfristige Ziel ist, einen erheblichen Anteil des Strombedarfs für die MENA-Region und 15% des europäischen Strombedarfs zu erzeugen.

Die Gesellschafter haben Paul van Son zum Geschäftsführer der DII GmbH bestellt. Herr van Son hat in seiner rund 30jährigen Laufbahn bereits verschiedene Management- und Geschäftsführerpositionen in der europäischen Energieindustrie bekleidet, unter anderem bei der Deutschen Essent und Econcern in den Niederlanden. Beide Unternehmen haben sich in den Bereichen Erneuerbare Energien und Energieeffizienz einen Namen gemacht. Herr van Son ist außerdem Vorsitzender der „European Federation of Energy Traders (EFET)“ sowie Vorsitzender der Energy4all-Stiftung, die auch in Afrika aktiv ist.

Gründungsgesellschafter der DII GmbH sind ABB, Abengoa Solar, Cevital, DESERTEC Foundation, Deutsche Bank, E.ON, HSH Nordbank, MAN Solar Millennium, Munich Re, M+W Zander, RWE, SCHOTT Solar und Siemens.

Die Möglichkeit, die Sonne Afrikas als Quelle für saubere Energie zu nutzen, ist heute ein Stück näher gerückt. Zwar ist die Gründung der Desertec Industrial Initiative nur ein formaler Akt, doch sie wird als wichtiger Meilenstein zur Realisierung der Vision gesehen. Mit der Gründung der Gesellschaft beweist die Industrie, dass es sich bei dem Projekt um mehr als hohle Worte handelt. Jetzt kann begonnen werden, einen Fahrplan für zukünftige Entscheidungen zu erarbeiten.

Der Bau eines Stromnetzes von Nordafrika bis nach Europa schließt viele Staaten mit ein. Besonders für die afrikanischen Staaten kann das Desertec-Projekt viel bewirken. Der Bau der Anlage kann neue Jobs schaffen und wirtschaftliche Märkte erschließen. Wichtig ist, dass die Entwicklungsstaaten daran beteiligt werden.

"Die Desertec-Initiative sollte einen ökologischen und partnerschaftlichen Ansatz verfolgen, dann kann sie auch ein Modell für andere Regionen sein. Eine Strategie, der es nur um das Geschäft geht ohne die Anforderungen der Zusammenarbeit ernst zu nehmen, wäre von Anfang an zum Scheitern verurteilt", kommentiert Andree Böhling von Greenpeace.

Nach Ansicht von Greenpeace sei der Import von Wüstenstrom kein Ersatz für die Energieversorgung aus Solar- und Windenergie. Er ist vielmehr eine sinnvolle Ergänzung. Der Ausbau Erneuerbarer Energien darf nicht von dem Projekt blockiert werden.

Paul van Son von der DII: „Wir sehen in der DESERTEC-Vision einen ganz entscheidenden Baustein für den Übergang zu einer nachhaltigen Energieversorgung für die MENA-Staaten und Europa. Jetzt ist die Zeit, aus dieser Vision Wirklichkeit werden zu lassen. Durch intensive Zusammenarbeit und einen interkulturellen Dialog wollen wir eine solide Basis dafür schaffen, dass Investitionen in erneuerbare Energien und miteinander verbundene Stromnetze möglich werden. Der Schwerpunkt der Arbeit der DII wird auf den ökonomischen, technischen und regulatorischen Rahmenbedingungen liegen, die für ein erfolgreiches Umsetzungskonzept notwendig sind. Mittels früher Referenzprojekte wollen wir für die DII und andere Initiativen wertvolle Erkenntnisse für weitere Umsetzungspläne sammeln.“

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