Das Thema 'Nachhaltigkeit' ist den DAX-Unternehmen inzwischen wichtig meint die Studie, denn immerhin 54 Prozent der deutschen TOP 30-Unternehmen sehen das Thema Nachhaltigkeit in direkter Vorstandsverantwortlichkeit angesiedelt.
Besonders hohen Stellenwert genießt nachhaltige Unternehmensführung bei familiengeführten Unternehmen, führt die Studie aus. 54 Prozent sind aber nicht unbedingt als berauschendes Ergebnis zu interpretieren, denn erstens ist Nachhaltigkeit ohne Zweifel beim Vorstand angesiedelt, aber wichtiger ist schließlich die Frage der Umsetzung und zweitens, Nachhaltigkeit ist eben kein Vorstandsthema bei 46% der DAX-Unternehmen. Das ist zu viel.
"Nachhaltigkeit erschöpft sich nicht nur in Ökologie, sondern umfasst auch wirtschaftliche und ethisch-soziale Kriterien. Diese dreidimensionale Konzeption der Nachhaltigkeit sichert dauerhaft die zukunftsfähige Entwicklung von Volkswirtschaften und Unternehmen", führt der Leiter des Aktienfondsmanagements und Geschäftsführer der Union Investment Privatfonds GmbH, Michael Schmidt, als Grund für die Ende 2009 abgeschlossene Studie, aus.
Motiv für die Studie ist, dass mit über 2,7 Mrd. Euro nachhaltig angelegten Assets under Management, wollte Union Investment herausfinden, ob und wie weit diese Notwendigkeit inzwischen auch bei den deutschen Spitzenunternehmen anerkannt ist. "Zudem ist Nachhaltigkeit für uns als Investor ein wichtiger Aspekt eines dynamischen Risikomanagements bei (...) Anlageentscheidungen", so Schmidt weiter.
Grundlage der Studie ist ein vom Nachhaltigkeitsteam von Union Investment entworfener umfangreicher Fragebogen zu den Themen Umwelt, Soziales und Corporate Governance, der die verschiedensten Facetten der Bereiche beleuchtet. Die Entwicklung des jährlichen Energieverbrauchs interessierten dabei ebenso wie der jährliche CO2-Ausstoß, Produktsicherheit, Arbeitsstandards, soziales Engagement oder die Erfüllung des Deutschen Corporate Governance-Kodex.
Die hohe Rücklaufquote von 93 Prozent, so Schmidt, zeuge nicht nur vom hohen Interesse der befragten Unternehmen am Dialog mit den Investoren. Sie unterstreiche auch die Bedeutung, die das Thema Nachhaltigkeit bei den Konzernen einnimmt.
Nachhaltigkeit ist Vorstandssache
Überrascht, so Schmidt, war man von den Maßnahmen, die von den landläufig als 'potenzielle Umweltsünder' betrachteten Unternehmen im Bereich Nachhaltigkeit ergriffen worden sind. Gründe dafür dürften die 'negativen Schlagzeilen' in der Vergangenheit (z.B. Rheinverschmutzung, Schadstoffaustritt, Pestizide) gewesen sein, so dass diese Unternehmen bereits frühzeitig die Notwendigkeit erkannt haben, die Thematik schnell und übergreifend in die Leitlinien des Unternehmens zu implementieren und auch einen entsprechend großen Stab an Mitarbeitern für das Thema bereitzustellen.
Nachholbedarf bei der Dimension "Soziales", GRI und Corporate Governance
Ein sehr positives Bild geben die DAX-Unternehmen im Hinblick auf ihr Umweltmanagementsystem ab. 86 Prozent der im deutschen Leitindex geführten Unternehmen lassen sich ihr Umweltmanagementsystem nach der international anerkannten Norm DIN ISO 14001 zertifizieren, fasst die Studie zusammen. Optimierungsbedarf erkennt die Studie bei den Arbeitsstandards gemäß der International Labour Organization (ILO) der Vereinten Nationen. Nur 64 Prozent der DAX-Konzerne halten sich vollumfänglich an die vorgegebenen Normen.
Auch die Berichterstattung nach der Global Reporting Initiative (GRI) ist verbesserungsfähig. Zwar richten sich 61 Prozent der Unternehmen bei der Nachhaltigkeitsberichterstattung an die Vorgaben der Initiative, die größtenteils von externen Stellen zertifiziert werden. Aber nur bei 11 Prozent der Unternehmen ist der Nachhaltigkeitsbericht auch Bestandteil des Geschäftsberichts und somit auch von Wirtschaftsprüfern abgenommen. Ein weniger gutes Bild geben die Dax-Konzerne immer noch in Bezug auf die Umsetzung des Deutschen Corporate Governance-Kodex ab. Nur 39 Prozent von ihnen setzen die Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance-Kodex ohne Ausnahmen oder Einschränkungen um.
"Nachhaltigkeit' ist heute nicht nur in aller Munde", so Schmidts Fazit, "sie ist als Handlungsmaxime und -notwendigkeit im allgemeinen Bewusstsein angekommen. Das spiegelt sich auch im Verhalten der größten deutschen Unternehmen wider."
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Donnerstag, 9. Feber 2012 - Eine andere Information ist möglich!



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