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WIRTSCHAFT

Studie: Nachhaltigkeit in der Chemieindustrie


Berlin (14.12.09): Eine aktuelle Studie des IZT (Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung) untersucht, wie effizient neun internationale Chemieunternehmen mit ihrem Kapital, ihren ökologischen Ressourcen und ihren Beschäftigten wirtschaften. Branchenführer schaffen "nachhaltigen Mehrwert" in Milliardenhöhe, so die Studie.
Mit der Studie „Sustainable Value Creation by Chemical Companies“ wird erstmals die Nachhaltigkeitsleistung von neun Chemieunternehmen systematisch einer monetären Bewertung unterzogen. Die vorliegende Studie wurde von der BASF SE in Auftrag gegeben, die 2008 den Deutschen Nachhaltigkeitspreis erhielt. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des IZT, der Queen’s University Management School in Belfast und der Euromed Management School in Marseille führten diese Studie gemeinsam durch.

Die Studie verwendet den so genannten Sustainable-Value-Ansatz, der die am Finanzmarkt etablierte Opportunitätskostenlogik auf ökologische und soziale Aspekte erweitert und dabei erstmals zu aussagefähigen Ergebnissen über die Nachhaltigkeitsleistung von Unternehmen in Euro kommt.

Drei europäische Chemieunternehmen stellen laut der Studie des ITZ Champions eines nachhaltiges Wirtschaften innerhalb der Chemiebranche dar. Dem französischen Industriegashersteller Air Liquide und dem deutschen Chemiemulti BASF gelang es der neuen Studie zufolge, in allen vier untersuchten Jahren 2004 – 2007 ihr Ressourcenbündel deutlich effizienter als der Durchschnitt der betrachteten Unternehmen einzusetzen. Beide Unternehmen schufen damit einen nachhaltigen Mehrwert („Sustainable Value“) in Milliardenhöhe. Am Ende des Rankings steht das US Unternehmen Dow Chemical. Es setzte seine Ressourcen im Jahr 2007 nur etwa halb so effizient ein wie der Durchschnitt und schuf damit einen negativen Sustainable Value von minus 2,2 Milliarden Euro.

„Ein Beitrag zu einem positiven Sustainable Value entsteht immer dann, wenn ein Unternehmen eine Ressource wie z.B. Wasser effizienter einsetzt als der Markt“, erklärt die Betriebswirtin Andrea Liesen vom IZT.

Insgesamt gingen die folgenden Unternehmen in die Studie ein: Air Liquide S.A. (Air Liquide), Akzo Nobel N.V. (AKZO), BASF SE (BASF), Bayer AG (Bayer), The Dow Chemical Company (DOW), Koninklijke DSM N.V (DSM), E. I. du Pont de Nemours and Company (DuPont), Reliance Industries Limited (Reliance) und Shell Chemicals (Shell Chemicals).

Diese neun Unternehmen verfügen über eine ausreichend aussagekräftige Nachhaltigkeitsberichterstattung, so dass bei fast allen betrachteten Unternehmen durchgängig der Einsatz von 13 verschiedenen ökonomischen, ökologischen und sozialen Ressourcen betrachtet werden konnte, darunter der Kapitaleinsatz, der Wasserverbrauch, der chemische Sauerstoffbedarf des Abwassers, die Erzeugung gefährlicher Abfälle, die Emissionen von Treibhausgasen oder flüchtiger organischer Verbindungen und das Versauerungspotenzial. Des weiteren wurden soziale Indikatoren wie die Anzahl der Arbeitsplätze und der Arbeitsunfälle einbezogen.

Die Untersuchung basiert dabei ausschließlich auf den von den Unternehmen veröffentlichten und bereitgestellten Finanz-, Umwelt- und Sozialdaten:. "Bei der Verwendung dieser Daten muss man jedoch genau hinschauen. Nicht immer umfassen die veröffentlichen Daten wirklich das gesamte Unternehmen", betont Andrea Liesen vom Berliner IZT.

Und, so muss man fragend hinzufügen, ob nicht viele der Produkte der Chemieindustrie grundsätzlich und strukturell nicht nachhaltig sind, auch wenn sie vielleicht nachhaltig hergestellt werden. Nachhaltigkeit meint eben nicht nur finanzielle Ertragssteigerung, denn und vor allem Innovation und Modernisierung in Richtung Nachhaltigkeit.


Download der Studie >> http://http://www.sustainablevalue.com

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