Anzeige
Freitag, 10. Feber 2012 - Eine andere Information ist möglich!
WIRTSCHAFT

Studie: Spitzenposition der deutschen Solarbranche gefährdet


Berlin/Freiburg (18.2.10): Eine neue Fraunhofer-Studie im Auftrag des Bundesverbandes Solarwirtschaft e.V. kommt zum Resultat, dass die starken Kürzungen der Stromsubventionen für erneuerbare Energie deutsche Solarfabriken gefährden.
Die vom Bundesumweltministerium vorgeschlagene Absenkung der Solarförderung sei unangemessen hoch und gefährde die Solarproduktion in Deutschland. Dies ist das zentrale Ergebnis einer aktuellen Studie des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme (ISE).

Der Bundesverband Solarwirtschaft e.V. (BSW-Solar) fordert daher die Bundesregierung auf, die Kürzungsvorschläge zu überarbeiten. Nur mit einer moderaten Reduktion der Solarstromförderung sei es möglich, den Solarindustriestandort Deutschland zu erhalten und weiter auszubauen. Bis zum Jahr 2020 will die Solarbranche bis zu zehn Prozent des deutschen Strombedarfs aus Solarstromanlagen decken, ab 2013 zu Preisen unterhalb der Verbraucher-Stromtarife. Zu den bereits 60.000 Beschäftigten in der deutschen Photovoltaikbranche werden nach Prognosen des BSW-Solar in den nächsten zehn Jahren weitere 40.000 Jobs hinzukommen.

Die Wissenschaftler des Freiburger Fraunhofer ISE haben in ihrer gestern veröffentlichten Studie untersucht, in welchem Umfang eine zusätzliche Absenkung der Einspeisevergütung für Solarstrom angemessen wäre. Bereits zum Jahreswechsel waren die Fördersätze gemäß den Vorgaben des Erneuerbare-Energien Gesetzes (EEG) um bis zu elf Prozent reduziert worden. Nach Vorstellungen des Bundesumweltministers sollen sie zum 1. Juni 2010 und zum Anfang 2011 erneut im jeweils zweistelligen Prozentbereich gesenkt werden, allein in diesem Sommer um 15 Prozent.

"Unsere Berechnungen zeigen, dass für Solarstrom-Anlagen bis 30 Kilowatt Spitzenleistung eine einmalige zusätzliche Absenkung von sechs Prozent und für Anlagen bis 100 Kilowatt von zehn Prozent angemessen wäre", sagt ISE-Institutsleiter Prof. Eicke Weber. "Die Vorschläge des Umweltministers liegen weit darüber und würden den solaren Produktionsstandort Deutschland massiv gefährden."

Das Fraunhofer ISE geht in seiner Studie davon aus, dass trotz Effizienzsteigerungen die Produktion in Deutschland zu großen Teilen nicht mehr wirtschaftlich darstellbar wäre. "Dies würde sehr wahrscheinlich zu einem Arbeitsplatzabbau in Deutschland führen", erklärt Weber. Laut ISE sind die Preise für Solarstromanlagen im letzten Jahr deutlich stärker gesunken als die Kosten: "Wir sehen die Gefahr von Dumpingpreisen, mit denen sich einige asiatische Unternehmen auf Basis von äußerst günstigem Kapitalzugang Marktanteile kaufen. Eine Reduktion der Förderung in Deutschland sollte sich an der realen Kostenentwicklung orientieren und damit die Voraussetzung dafür schaffen, dass deutsche Unternehmen weiterhin kostendeckend produzieren können", so Weber abschließend.

<< Zurück

Kommentar


NUR für registrierte UserInnen - Jetzt kostenfrei registrieren
Es wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Kommentar schreiben (Tragen Sie Ihr Kommentar in das Feld ein)
 


>Solarwärme-Markt im Aufwind
>Greenpeace-Cool IT-Ranking
>Aktienindex Erneuerbare behauptet sich
>Erneuerbare senkt Brennstoffimporte
>Entwicklung Fonds der Nachhaltigkeit 2011
>Umweltwirtschaftsbericht: Deutschland wächst nachhaltiger
>Steht nachhaltiger Tourismus vor Boom?
>Ratingagenturprojekt Roland Berger: Im Interesse der Banken
>Q Cells in heftigen Turbulenzen
>Akzeptanz E-Flotten in Wirtschaft steigt
>Ranking der Öko-Landwirtschaften
>Tetra-Pak verliert Prozess gegen die DUH
>Neu im Photon-Aktien Index PPVX
>Mikrokredite und GLS
>Solarstrom-Ausbau und Strompreis
>RENIXX World mit Gewinnsprung
>DIW-Prognose: Deutsche Wirtschaft wächst
>Grüne Finanzwelt
>Banken der Nachhaltigkeit für gemeinnützige Ratingagentur
>Internationales UN-Jahr der Genossenschaften 2012
>Sonnenstromproduktion: +60 %
>Prognose: Deutsche Wirtschaft wird 2012 schrumpfen
>NABU und VW gründen Fonds für Moore
>Institutionelle Anlegen setzen auf Nachhaltigkeit
>Neu im Wirtschaftsrat der Deutschen Umweltstiftung
>Wettbewerb Umweltpreis Baden-Württemberg für Unternehmen
>Die beste CCS-Technologie eben entdeckt: Ohne Risiko!
>Standard & Poor´s stuft Genossenschaftsbanken herauf
>Studie zur Nachhaltigkeit der Banken
>E.ON: 7 Milliarden Invest in erneuerbare Energie
>Immomanagement und Nachhaltigkeit: 40 Milliarden Euro
>Empfehlung an Finanzwirtschaft: Biodiversität
>GLS Bank führt Dividende ein
>Alternative zu Ratingagenturen: ENRA
>Erneuerbarer Aktienindex erholt sich
>PPVX: Marktkapitalisierung 17,4 Milliarden Euro
>Löhne verlieren
>Deutschland schrumpft
>Nachhaltige Geldanlagen: Rund 95 Milliarden Euro schwer
>Klima-Risiko-Index
>Kobalt im Kongo
>Erneuerbarer Aktienindex auf Tiefststand
>vzbv fordert Finanztransaktionssteuer
>KfW Prognose für Wirtschaft düster
>EthikBank investiert nur mehr in nicht-korrupte Staaten
>Auch C&A will auf gefährliche Chemie verzichten
>Altersvorsorge Kirche&Öffentlichkeit: Wenig Nachhaltigkeit
>PUMA legt ökologische Gewinn- und Verlustrechnung vor
>Nachhaltigkeits-Börsenindex besser als DAX
>Wasser: Ein unterschätztes Risiko für Unternehmen
Anzeige


Glocalist Medien: Offizielles Projekt der
UN-Weltdekade "Bildung für Nachhaltige Entwicklung"