Dieser Tage wurde auf dem Toyota-Gelände in Köln-Marsdorf der von der SolarWorld AG entwickelten SunCarport von Frank Asbeck, Vorstandsvorsitzender der SolarWorld AG, und Toshiaki Yasuda, Präsident der Toyota Deutschland GmbH eingeweiht. Dort wird ein Prius Plug-In aus dem europäischen Feldversuch seine Energie beziehen.
Hintergrund ist, dass die Bundesregierung anstrebt, eine Million Elektrofahrzeuge auf die Straße zu bringen. Dafür fallen bis 2020 Mehrkosten zwischen 0,8 und 2,7 Milliarden Euro an – abhängig von der zukünftigen Entwicklung von Ölpreisen und Batteriekosten.
Das geht aus einer Studie des Forschungsnetzwerks Energie Impuls OWL hervor. Im Auftrag der Agentur für Erneuerbare Energien hatte das Institut Szenarien berechnet, wie sich in den nächsten 10 Jahren die Kosten verschiedener Klassen von Elektroautos im Vergleich zu Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor entwickeln.
Den Forschern zufolge sind auch in Zukunft unterschiedliche Fahrzeugtypen notwendig, um die Mobilitätsbedürfnisse zu erfüllen – vom Leichtfahrzeug über den Familienwagen, bis zum Elektro-Bus. Zwischen den Fahrzeugklassen variieren die Mehrkosten deutlich. Bis 2020 wird noch ein Preisgefälle zwischen Elektroautos und herkömmlichen Fahrzeugen bestehen.
"Wenn die Bundesregierung über ein Förderprogramm nachdenkt, sollte dieses fahrzeugspezifisch und degressiv angelegt sein, um Mitnahmeeffekte zu verhindern," so Mayer weiter. Zudem käme zum Ausgleich der Kostendifferenz nicht nur öffentliche Förderung in Betracht, sondern auch neue Geschäftsmodelle der Energieversorger und Anbieter von Strom aus Erneuerbaren Energien.
"Pioniere der Elektromobilität, sogenannte Early Adopter, sind außerdem bereit einen Aufpreis zu zahlen, sobald entsprechende Fahrzeuge am Markt verfügbar sind", ist sich Mayer sicher. Und in diesem Zusammenhang kann man auch die Toyota-Initiative gemeinsam mit Solarworld verstehen.
Laut Studie entscheiden die Batterie- und die Energiekosten über die Entwicklung der sogenannten Differenzkosten zwischen Elektroautos und Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor. Je stärker die Batteriekosten sinken und je schneller gleichzeitig die Preise für Erdöl steigen, desto geringer fallen die Mehrkosten für Elektrofahrzeuge aus. Sinkt der Batteriepreis bis zum Jahr 2020 auf 300 Euro je Kilowattstunde Speicherkapazität und steigt die Erdölnotierung gleichzeitig auf 200 US-Dollar je Barrel Rohöl, rentieren sich alle elektrischen Fahrzeugklassen, rechnet die Studie vor.
Die Aufwendungen für die Batterie werden selbst bei steigenden Strompreisen durch Einsparungen an der Zapfsäule ausgeglichen. In diesem günstigsten Szenario beschränken sich die Mehrkosten der ersten Million Elektrofahrzeuge auf 0,8 Milliarden Euro. Im ungünstigsten Szenario – also bei höheren Batteriekosten und einem moderaten Erdölpreisanstieg – belaufen sich die Mehrkosten bis 2020 auf 2,7 Milliarden Euro, verteilt auf zehn Jahre.
Wird die E-Fahrzeugflotte ausschließlich mit Strom aus Erneuerbaren Energien betrieben, rechnen die Forscher mit 2,1 Millionen Tonnen weniger Treibhausgasen im Jahr 2020. Jedes der eine Million Elektrofahrzeuge sollte erneuerbaren Fahrstrom laden,“ fordert deshalb Jörg Mayer. Nur so bringen wir Klimaschutz auf die Straße und verbessern die Netzintegration von Wind und Sonne.“
Beispiel Toyota?
Frank Asbeck von Solarworld ist seit der Einführung des aktuellen Modells Prius-Botschafter und begrüßte die Vertiefung der Kooperation: "Solarstrom ist das Superbleifrei von morgen. Unser SunCarport produziert sauberen Solarstrom für zuhause oder das moderne Fahrzeug. Getankt mit sauberer Sonnenenergie kann der Prius Plug-In sofort losfahren."
Toshiaki Yasuda sagte anlässlich der Einweihung: "Toyota arbeitet kontinuierlich daran, in allen Bereichen auf Nachhaltigkeit zu achten, sei es bei Mobilitätskonzepten, der Fertigung oder auch im Handel. Der SunCarport ist ein gutes Beispiel dafür, wie die Energieerzeugung für die Mobilität der Zukunft aussehen kann."
Neben reinen Elektrofahrzeugen ist der Prius Plug-In mit seiner extern aufladbaren Batterie bisher eines der wenigen Fahrzeuge, das direkt vom SunCarport profitieren kann. Toyota will damit die Vorteile beider Welten nutzen: Auf kurzen Distanzen von bis zu 20 Kilometern lässt sich das Fahrzeug ausschließlich mit elektrischer Kraft und damit vollkommen emissionsfrei und leise bewegen.
Auf längeren Strecken profitiert das Modell von den Vorzügen des bekannten Toyota Vollhybridsystems, genannt Hybrid Synergy Drive®, mit niedrigen Emissions- und Verbrauchswerten sowie tadellosen Fahrleistungen. Reichweitenprobleme sollen dadurch der Vergangenheit angehören. Durch die Option, extern elektrische Energie aufzuladen und in Mobilität umzusetzen, reduziert sich der CO2-Ausstoß des Prius Plug-In im neuen europäischen Testzyklus im Vergleich zum normalen Prius von 89 auf nur noch 59 Gramm je Kilometer. Das entspricht einem Verbrauch von 2,6 Litern Benzin so die Berechnungen von Toyota.
Aufgetankt wird der Prius Plug-In am neuen SolarWorld SunCarport, Solarkraftwerk, Stromtankstelle und Wetterschutz für das Auto in einem. Der solare Carport produziert sauberen Strom für zuhause oder das Elektroauto. Die in dem Carport integrierte Solarstromanlage hat eine Spitzenleistung von zwei Kilowatt. Die produzierte Strommenge reicht zum Beispiel aus, um die tägliche Fahrstrecke eines deutschen Autos von durchschnittlich 30 Kilometern CO2-neutral zurückzulegen.
Also, Toyota macht einen Feldversuch, der Weg zur Million ist noch weit aber mal beschritten.
(Quellen: Toyota, Solarworld, Agentur für Erneuerbare Energie)
Anzeige
Freitag, 10. Feber 2012 - Eine andere Information ist möglich!



WIRTSCHAFT
| << Zurück |
Kommentar
NUR für registrierte UserInnen - Jetzt kostenfrei registrieren
Es wurden noch keine Kommentare abgegeben.








