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WIRTSCHAFT

Ulfert Höhne und oekostrom AG trennen sich


Wien (17.1.08): Knalleffekt bei der oekostrom AG: Vorstandsmitglied Ulfert Höhne und oekostrom AG trennen sich. Grund: ökonomische Schieflage.

So verkündet die oekostrom AG sehr dürr: "Mag. Michael Pierer, der schon für die Sanierung des Tochterunternehmens oekoplan Energiedienstleistungen GmbH verantwortlich zeichnete, soll nun auch dem Gesamtunternehmen zu einem positiven Ergebnis verhelfen. Sein bisheriger Vorstandskollege, Mag. Ulfert Höhne, scheidet aus dem Vorstand der oekostrom AG aus."

 

Anlass seien "....anhaltende Verluste im Vertriebs- und Produktionsbereich.", so die oekostrom AG.

 

Die Veränderungen schlagen sich auch auf die Tochtergesellschaften durch:

Martin Lackner übernimmt die Führung der oekoplan Energiedienstleistungen GmbH, für das Geschäftsfeld Stromproduktion und Kraftwerksprojektierung zeichnet Stephan Parrer bereits seit Oktober 2007 alleine verantwortlich. Peter Molnar wird weiterhin sich als Geschäftsführer in die oekostrom Vertriebs GmbH einbringen und gemeinsam mit Mag. Michael Pierer versuchen, die oekostrom AG wieder in die Gewinnzone zu führen.

 

Legt man den Geschäftsbericht 2006 zu Grunde, so dürfte dies nicht wirklich überraschen: So hat sich der ROI (Return of Investment) im Jahre 2004 mit 5% dargestellt, im Jahr 2006 steht ein dickes Minus davor: -16%. Der EBITDA entwickelte sich von 336t Euro zu Minus 2.221t Euro.

 

Kommentar: Gründe kann man nun mannigfaltige anführen, aber die europäische Großwetterlage für erneuerbare Energie stellt sich prächtig dar, womit die Schieflage der oekostrom schon erstaunen mag. Atmosphärisch hat es schon seit längerer Zeit Verstimmungen zwischen der oekostrom AG und Teilen der Zivilgesellschaft gegeben und auch wurde oft das Vertriebskonzept nicht wirklich verstanden; aus Solidarität wurde halt nicht viel Aufhebens gemacht, aber gelaufen ist man eben auch nicht mehr für die oekostrom: Der Spirit war draussen, wohl blieben die Kunden treu, aber sie wurden auch nicht rasend mehr. Es steht zu hoffen, dass die oekostrom AG die Umkehr schafft, denn strategisch ist sie ja eigentlich ähnlich hervorragend platziert wie ein Torjäger beim Elfmeter und eine Eigenkapitalquote von rund 80% darf Anlass zur Hoffnung geben. Was es braucht, neben dem Handwerk, ist Schwung und neue Motivation der Basis. Denn oekostrom ist eben mehr als "nur" ein Unternehmen, sondern es will (und soll auch) Programm wie gesellschaftliche Vision eines neuen, anderen Unternehmertums sein. Von diesem gesellschaftspolitischen Anspruch hat sie dereinst beim Start profitiert, dahin zurückzufinden wäre sie gut beraten.

 

 

 




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